Infos zur Vorbereitung

Als ich meine neue Telefon-Nummer mit Estländischer Landesvorwahl bekannt gab, erhielt ich oftmals fragende Blicke zurück. Das ist aber nur ein Entscheid, den wir bei der Vorbereitung treffen durften. Deshalb hier einige Informationen, die auch weiteren Reisenden (es muss nicht unbedingt eine Weltreise sein), helfen kann.

Mobile

Auch privat kannten alle Freunde meine geschäftliche Mobile-Nummer. Da ich neben meinem Geschäfts-iPhone auch die Geschäfts-Nummer abgeben musste, stellte sich die Frage was ich hinsichtlich der Weltreise zulegen sollte.

Vom Gerät her blieb ich bei einem iPhone. Ja es gäbe günstigere Varianten. Der Hauptgrund war, dass ich mit dem iPhone immer zufrieden war und wohl auch etwas zu faul bin, alle Apps und Einstellungen von Grund auf neu zu machen. Da wir kein Tablet mitnehmen, entschied ich mich für das iPhone 7 plus damit ich auch bequem etwas darauf lesen kann. Natürlich muss auch der Speicher genug gross sein (Fotos, Offline-Filme für im Bus und Flugzeug, Musik etc.).

Beim Anbieter galt folgende Überlegung: Heute gibt es praktisch in allen Ländern und fast allen Kategorien von Hotels free WiFi. Auch in Restaurants, öffentlichen Einrichtungen etc. findet man häufig ein WLAN. Trotzdem benötigte ich eine Nummer um erreichbar zu sein sowie für gewisse Dienste wie z.B. WhatsApp. Trotzdem möchte ich, wenn ich einmal in einem Land öfters das mobile Internet benötige, ein Datenpaket haben. Telefonieren werde ich höchst selten; mit Freunden werde ich Facetime oder Skype nutzen. Die Fixkosten sollen ja reduziert werden, daher habe ich ein Abo ausgeschlossen.

In vielen Reiseforen liest man, dass die günstigste Variante jeweils Prepaid-SIM-Karten von lokalen Anbietern seien. Diese Variante schloss ich jedoch schnell aus, da ich

  • eine fixe Nummer über längere Zeit behalten will, welche ich auch angeben kann und dann unter dieser erreichbar bin
  • nicht immer rechnen will wie viel Guthaben ich wohl benötige und am Ende doch in jedem Land ein Restguthaben „verschenken“
  • nicht in jedem Land zuerst einer Prepaid-Karte nachspringen will

Ich analysierte folgende Anbieter, welche internationale Prepaid-SIM-Karten mit attraktiven Roaming-Gebühren anbieten:

Alle Anbieter scheinen sehr gute Produkte zu haben. Je nach Reiseroute und Länder fallen unterschiedliche Gebühren an. Ich habe zuerst geprüft ob unsere potentiellen Länder abgedeckt sind und habe für drei Länder Stichproben gemacht. Da die Anbieter ihre Produkte und Preise regelmässig aktualisieren, war mir bewusst, dass dies eine Stichpunkt-Analyse ist. Das Angebot von SWISS war im Vergleich eher teuer. Bei KnowRoaming, SWISS und maxroam fallen auch Gebühren an, wenn mich jemand anruft. Bei GO-SIM kosten auch eingehende SMS. Wer eine Lösung sucht, sollte mit den aktuellsten Tarifen für seine Länder prüfen, was am besten ist. Ich entschied mich für OneSimeCard.

Melanie behaltet ihre Mobile-Nummer und hat bloss das Abo aufgelöst und nutzt nun das PrePaid-Angebot von Sunrise. Wer bereits eine CH-Nummer hat, diese behalten will und bewusst Free-WiFi sowie Services wie Facetime, WhatsApp, Skype etc. nutzt kommt sicher auch so gut durch.

Analyse Mobile

Kreditkarte

Bargeldbezüge im Ausland können hohe Gebühren verursachen (z.B. Automatengebühr der eigenen Bank, Fremdgebühren, Entgelt für Auslandseinsatz, Wechselkurs). Natürlich wollen wir nicht zu viel Bargeld mit uns herum tragen. Auch hier haben wir diverse Lösungen geprüft:

Postfinance scheint aktuell der einzige CH-Anbieter zu sein, der ab einem gewissen Vermögen (CHF 25’000) auch keine Gebühren für Bezüge im Ausland verlangt.

Das Angebot von Santander wäre gut, ist aber für CH-Bürger nicht abschliessbar.

Wir haben uns für das DKB-Cash-Konto und Visa-Card inkl. Partnerkarte entschieden. Eröffnung war verhältnismässig einfach. Kosten entstehen praktisch keine. Zu beachten ist, dass Automaten (ATM’s) verwendet werden, die keine Fremdgebühren belasten (diese werden nämlich neu weiter belastet und können nicht mehr zurück verlangt werden). Die Monatslimite beträgt per Default 100 EUR. Hier hilft aber, wenn man eine Überweisung auf die KK macht. Daneben haben wir noch eine Master-Card über unsere Hausbank. Auch die DKB bietet zudem ein Online-Banking sowie Apps an, ein weiteres MUSS-Kriterium, wenn man die Bankgeschäfte von unterwegs macht.

Fremdgebühren (Gebühr der Bank, welche den Bankomat betreibt) werden bei der DKB auch nicht mehr zurück erstattet. Auf die Gebühr wird am Bankomat hingewiesen. Es lohnt sich an einem Bankomat einer Bank ohne Gebühren Geld abzuheben. Hier eine Liste unserer Erfahrungen:

  • Costa Rica (Stand Jan. 2017): kein Problem, keiner der von uns verwendeten Automaten, belastete eine Gebühr
  • Panama (Stand Feb. 2017): die meisten Banken/-Automaten sind dem Sistema Clave angeschlossen, gut erkennbar an dem roten Logo. Bargeldbezüge an solchen Automaten kosten für ausländische Kreditkarten ca. USD 5.00 pro Bezug, unabhängig vom Betrag. Wir konnten Bargeld ohne Gebühren an Automaten von Scotiabank abheben. Vor allem in Panama City gibt es einige Filialen.

Round-the-World-Ticket (RTW)

Es gibt die Möglichkeit von gewissen Allianzen (Oneworld, Star Alliance etc.) ein RTW-Ticket zu kaufen. Dabei kauft man Flugstrecken, kann aber später die Flugdaten noch ändern. Diese sind maximal ein Jahr gültig. Wir haben das analysiert und uns aus folgenden Gründen dagegen entschieden:

  • Wir wollen zeitlich frei sein. Die zwölf-Monats-Einschränkung war uns zu knapp berechnet.
  • Wir wollen das Routing erst unterwegs entscheiden weil wir noch nicht genau wissen, wo wir überall hin wollen und wie wir alle Länder miteinander verknüpfen. Klar könnte man unterwegs das Routing ändern, jedoch nur mit hohen Gebühren.
  • Backtracking ist oft nicht erlaubt (man darf immer nur in eine Himmelsrichtung fliegen). Auch diese Einschränkung hätte uns zum Teil Flexibilität geraubt, gerade innerhalb Asien.

Vielleicht wäre am Schluss alles in allem ein RTW-Ticket die günstigere Variante, auch wenn wir den Rückflug verfallen lassen würden. Das wissen wir allerdings erst am Ende unserer Reise. Die maximale Flexibilität ist uns ein höherer Preis wert.

Kamera

Wir sind keine Profi-Fotografen oder sehr ambitionierte Hobby-Fotografen, aber wir wollen unsere Reise auch in Bildern festhalten. Auf früheren Reisen begleitete uns unsere Spiegelreflex-Kamera (DSLR) Canon EOS 450D und machte stets gute Bilder.  Auf unsere Weltreise hin haben wir haben unserer Spiegelreflexkamera verkauft und dafür eine System-Kamera (DSLM) gekauft. Die DSLM’s sind halt wesentlich kleiner und schon Mittelklasse-Modelle übertreffen die Leistung unserer 8-jährigen Canon. Nach dem lesen diverser Testberichte (z.B. auf chip.de) und nachdem wir die Kamera auch ausprobierten, entschieden wir uns für die Panasonic Lumix DMC-GX80. Hauptgrund war das gute Preis-Leistungs-Verhältnis. Beim Objektiv haben wir uns für ein universelles 14-140mm entschieden

Als Zubehör können wir die vielen SD-Karten weiter verwenden. Hier verwenden wir nicht zu grosse Karten und tauschen dafür häufiger (aus Risikogründen). Als Stativ verwenden ein GorillaPod. Die Bildbearbeitung machen wir mit iFoto oder GIMP.

Neben der DSLM verwenden wir auch unsere iPhones für gelegentliche Schnappschüsse.

Das Resultat könnt ihr selber beurteilen, wenn ihr die Fotos auf unserem Blog betrachtet.

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