San Blas – das Paradies auf Erden

Um die Grenze nach Kolumbien zu überqueren haben wir uns für einen Segeltrip entschieden. Wir wurden frühmorgens in Panama City abgeholt und dann ging’s über kurvige Bergstrassen zu einem Bootssteg, von wo aus wir mit dem Schnellboot zum Segelschiff gebracht wurden. Was für ein Höllenritt! Zum Glück hatten wir all unser Gepäck doppelt und dreifach innen und aussen mit Plastiksäcken gesichert. Wegen dem starken Wind hatte es hohe Wellen und wir waren alle klatschnass, als wir nach einer Stunde endlich beim Segelboot angekommen sind. Die Perla del Caribe war unser zu Hause für fünf Tage. 43 Fuss für neun Passagiere und zwei Besatzungsmitglieder. Am meisten gespannt waren wir auf die Mitreisenden und wir hatten Glück, wir verstanden uns alle prima. Mit an Bord waren zwei Aussies, zwei Dänen, eine Norwegerin, ein Schwede und ein Deutscher, Captain Tote und Koch Oscar aus Kolumbien. Das Schiff ankerte vor wunderschönen Inseln des San Blas Archipel. Dieser Archipel besteht aus 365 Inseln mit Palmenstränden, wovon nur ca. 50 bewohnt sind. Viele davon sind sehr klein, auf den kleinsten Inseln gibt es nicht einmal eine Palme, die grösseren bieten Platz für die Hütten einer Familie. Die Bewohner sind die Gunas, ein indegener Stamm, der hier ein autonomes Gebiet verwaltet. Die Inseln sind nicht in Besitz der Bewohner, nur die Kokospalmen sind den Familien zugeteilt. Sie leben von Fischfang und dem Verkauf der Kokosnüsse. Tourismus gibt es nur sehr beschränkt, da sich die Gunas dagegen wehren, was den Inseln ihren Charme und Ursprung bewahrt hat. Diese Inseln sind wahrlich etwas vom schönsten, was wir bisher gesehen haben. Dieses türkisblaue Wasser, der weisse Sand – man kann sich kaum satt sehen an dieser perfekten Schönheit. Die meisten Inseln sind mit Korallenriffen umgeben und unsere Hauptbeschäftigung war Schnorcheln. Die Unterwasserwelt war beeindruckend, es hatte so viele verschiedene Fische und intakte Korallen. Die ersten drei Tage haben wir verschiedene Inseln besucht, bei den einen brauchte man bloss ein paar Minuten um sie zu umrunden. Da gerade ein Sturm aufgezogen war, konnten wir nicht wie geplant am dritten Tag zur Überfahrt nach Cartagena aufbrechen und mussten „leider“ einen Tag länger bei den San Blas-Inseln bleiben. Zu Essen gab es frischen Hummer und Fisch, lecker. Am vierten Tag um 10:00 ging’s los auf’s offene Meer. Die Überfahrt nach Kolumbien sollte 40 Stunden dauern. Wegen starkem Gegenwind mussten wir mit Motor fahren. Wir haben ab Beginn der Überfahrt Reisetabletten genommen. Dank der Tabletten blieb die Übelkeit weg und wir waren so müde, dass wir meistens geschlafen haben. Trotzdem wurden die 40h irgendwann zur Qual. Die Luken mussten geschlossen bleiben und es war heiss und stickig in den Kojen. In der ersten Nacht ist eine Riesenwelle über’s Boot geschwappt und weil die Luke in unserer Koje von den Erschütterungen nicht mehr ganz geschlossen war, waren wir plötzlich nass. Nie zuvor waren wir so schnell hellwach. Die erste Reaktion ist aufsitzen und das Fenster prüfen, doch schon kam die nächste Welle und wir sind umgefallen. Ich bin nachts einmal aufgestanden, eigentlich um den Sternenhimmel zu bewundern und war hin und weg vom Meeresleuchten in den Bugwellen des Schiffes. Das Leuchten wird durch fluoreszierende Algen erzeugt, die kurze Lichtsignale aussenden durch den Bewegungsreiz des Schiffes. Das ist ein Phänomen, das ich immer mal sehen wollte und hier war es und es zauberte mir ein Lächeln ins Gesicht. In der zweiten Nacht, ich hatte gerade frische, trockene Kleider angezogen und mich hingelegt, kam so viel Wasser rein dass ich bis zum Kopf nass war. André blieb verschont und fand das ganz lustig. Die Überfahrt wollte und wollte nicht enden. Irgendwann haben wir in der Nähe von Inseln vor Cartagena geankert und den Rest der Nacht verbracht. Am Morgen haben uns ein paar Delphine begrüsst. Dann ging’s weiter Richtung Cartagena. Die See war jetzt ruhiger, doch komischerweise war’s mir jetzt eher unwohl. Mittags sind wir angekommen und wir freuten uns alle auf den festen Boden unter den Füssen. Doch oh Schreck, ich war nun statt seekrank, landkrank. Ihr kennt bestimmt Captain Jack Sparrow aus den Pirates of the Caribbean-Filmen? So torkelte ich rum. Mir war speiübel, der Boden bewegte sich und ich konnte ohne Hilfe nicht laufen. Wir haben uns ein Taxi zum Airbnb genommen und ich habe mich mit 39 Grad Fieber ins Bett gelegt. Meine Hoffnung war, dass die Landkrankheit, wie die Seekrankheit auch, irgendwann weg ist und so war es dann auch, am nächsten Morgen ging es mir schon viel besser.

 

5 Comments

  • Patrick Hügi 17. Februar 2017 at 8:49

    Danke für die schönen Eindrücke an denen ihr mich teilhaben lasst. Heits witerhin schön

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  • Santina 17. Februar 2017 at 14:31

    Wooow, traumhafte Bilder!!!

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  • Doris 18. Februar 2017 at 11:04

    Wieder wunderschöne Fotos mit einem eindrücklichen Beschrieb dazu. Weiterhin viel Vergnügen…

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  • Wolfram 24. Februar 2017 at 21:12

    Wow einfach mega die Landschaft und Natur. Herzlichen Dank für die erfrischende Berichterstattung. Das macht richtig Lust auf Reisen. 🙂

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  • Dave Troxler 28. Februar 2017 at 6:20

    Wow, wunderschön 🙂

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