Erste Woche Ecuador

Auf dem Weg in die Hauptstadt Quito haben wir eine Nacht Halt in Otavalo gemacht. Dort findet Samstags ein grosser Markt statt, auf dem handgemachtes verkauft wird. Gemäss Reiseführer ist das einer der farbenfrohensten Märkte Südamerikas. Wir haben uns auf tausende Touris vorbereitet aber waren meist fast alleine. Das Angebot hat sich schnell wiederholt. Der Markt war schön, aber wir waren jetzt nicht überschwänglich begeistert. Das Gute wenn man auf Weltreise ist: man kommt nicht in Versuchung, unnütze Dinge zu kaufen weil Platz hat man sowieso keinen. Wir interessierten uns eher für die Lebensmittel (Hülsenfrüchte, Körner, Gewürze und anderes) als für die Gegenstände. Auch ein junges Sing-Talent inklusive Fangruppe haben wir auf dem Markt entdeckt.

 

Die letzte Woche haben wir in Quito verbracht. Es war richtig schön mal wieder eine Woche an einem Ort zu bleiben. Dass Quito auf fast 3’000 MüM liegt haben wir vor allem in den ersten paar Tagen gemerkt. Mit Gepäck den Hang hinauf zur Unterkunft laufen war sehr sehr anstrengend und wir schnauften wie alte Leute. Mit der Zeit gewöhnt man sich ein wenig daran. Rundherum gibt es ein paar höhere Vulkane und es ist schon komisch, dass bis weit nach oben noch Bäume wachsen; hier ist die Baumgrenze auf 3’500 MüM. Und man hat irgendwie das Gefühl, man ist dem Himmel näher. Das Wetter war die ganze Zeit unberechenbar. Es gab jeden Tag Sonne und über 20 Grad, und Regen und unter 10 Grad. Wettervorhersagen gibt es in Quito nicht, da es unmöglich ist, präzise Prognosen zu machen. Man nimmt’s, wie’s ist und macht das Beste daraus.

Wir haben täglich Spaziergänge durch die Stadt gemacht und kraxelten auf alle möglichen Hügel und Türme. Das historische Zentrum ist sehenswert und gross. Es gibt viele Kirchen, schöne Plätze und ein paar schöne Cafés. Montags zeigt sich jeweils der Präsident mit Mitarbeitern, Familie und anderen wichtigen Personen auf dem Balkon des Präsidentenpalasts bei der Plaza Grande. In einer Zeremonie mit vielen Zuschauern wird die Fahne gehisst und es gibt ein „Changeing of the Guard“. Auch dieses Spektakel durften wir, noch mit dem alten Präsidenten, miterleben. Einmal haben wir eine vierstündige Führung durch die Altstadt gemacht und unser Guide Betto hat uns alles mögliche erzählt von geschichtlichen Ereignissen über Wirtschaft und Kulinarischem. Am Karfreitag hat die grosse Prozession von Kirche zu Kirche stattgefunden. Tausende Gläubige in violetten Gewändern mit spitzen Kappen sind meist barfuss durch die Strassen gelaufen um für ihre Sünden zu büssen. Es gab auch viele, die schwere Holzkreuze getragen haben und dabei zum Teil Stacheldraht auf den Köpfen hatten. Andere hatten sich den Stacheldraht eng um den Oberkörper geschnürt oder schwere Eisenketten an den Füssen getragen bzw. nachgezogen. Oder es gab solche, die sich mit Peitschen oder Brennnesseln selber ausgepeitscht haben. Dazwischen gab es Musikgruppen, die mitgelaufen sind und christliche Lieder gespielt haben. Und all das haben tausende Schaulustige am Strassenrand mitverfolgt. Diese Karfreitagsprozession in Quito ist eine der grössten weltweit. Zur Semana Santa (Osterwoche) gehört auch die Fanesca, eine Suppe, die nur in dieser Zeit gegessen wird. Das mussten wir natürlich auch probieren (Rezept auf dem Blog).

Sonst haben wir immer selber gekocht. Wir hatten ein Zimmer in einem alten Haus mit noch älterer Einrichtung, etwa 10 Minuten zu Fuss vom historischen Zentrum entfernt. Hier wohnten wir mit anderen Gästen (eine brasilianisch-amerikanische Familie und ein junger Engländer) in einer Art WG, der Eigentümer wohnt nicht mehr hier. Wir haben uns sehr wohl gefühlt. Ganz in der Nähe gibt es einen schönen Park (Itchimbía) mit super Aussicht über die Stadt und einem 3km Rundkurs zum Joggen oder Velo fahren.

Einmal haben wir einen Ausflug zur Mitte der Welt, sprich dem Äquator, gemacht. Wir konnten es uns natürlich nicht nehmen lassen, auf der gelben Linie lustige Fotos zu machen. Auch wenn GPS-Messungen ergeben haben, dass die Franzosen mit ihren Berechnungen 300m daneben lagen – die Linie wird auch heute noch als Äquator gefeiert und von tausenden Touristen besucht. André hat sich noch die Mühe gemacht, den richtigen Äquator zu suchen; da gibt es kein Monument und keine gelbe Linie – kostet dafür auch keinen Eintritt.

Unsere Empfehlungen für Quito

  • Free-Walking-Tour beim Community Hostel
  • Park Itchimbía: bei schönem Wetter spazieren, hängen, joggen, spielen, Fotos mit Quito-Schriftzug
  • Basílica des Sagrado Voto: für 2 USD auf die Türme steigen und Aussicht geniessen (Achtung es gibt weiteren Eintritt für die Basilika selber, die sieht man auch auf von der Gallerie bei der Turmbesteigung).
  • Plaza Grande (auch Plaza de la Independencia) im historischen Zentrum
  • Kirche Iglesia de San Francisco besuchen
  • Schokolade essen / trinken in einer Filiale von „REPÚBUBLICA DEL CACAO“ oder „PACARI“
  • Ausflug zu Mitad del Mundo

2 Comments

  • Marcel 17. April 2017 at 8:51

    Eifach genial schöööön!

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  • Doris 18. April 2017 at 6:24

    Wie immer sehr schöni Föteli und en tolle Bricht. Erinnert mi a Mexiko

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