Galapagos!

Vor der Weltreise hatten wir beide ein paar Destinationen aufgeschrieben, die wir unbedingt sehen wollen. Galapagos stand bei uns beiden auf der Liste. Schon seit meiner Reisebüroausbildung wollte ich diese Inseln sehen. Und die zwei Wochen, die wir da verbrachten, waren traumhaft!

Als wir den Flug buchten, freuten wir uns schon über die billigen Flugtarife, fanden dann aber heraus, dass es unterschiedliche Tarife für Einheimische und Touristen gibt und wir mussten zähneknirschend USD 450 pro Person zahlen, plus USD 20 Gebühr am Abflughafen, plus USD 100 Nationalparkeintritt bei der Ankunft – also ein billiger Spass sollte es nicht werden… Lustig war die Gepäckkontrolle am Ankunftsflughafen. Das Gepäck aller Fluggäste lag da, alle mussten hinter einer Sicherheitslinie warten, ein Hund lief über alle Gepäckstücke, schnüffelte überall dran, bei etwa drei Koffern bellte er, die wurden mitgenommen, alle anderen durften den Flughafen mit Gepäck verlassen. Es wird also gut darauf geschaut, dass keine Erreger eingeschleppt werden (somit keine Einfuhr von Esswaren). Auch bei dem Transfer von einer Insel zur anderen wurde jedesmal das Gepäck geprüft und die Schuhe mussten sauber sein. Das Naturparadies soll erhalten bleiben.

Viele Touristen wurden direkt vom Flughafen auf ein Kreuzfahrtschiff verfrachtet. Wir fuhren mit Bus, Fähre und Bus erstmal in den Hauptort, von wo man alles selber organisieren kann. Da waren wir nun also, in Puerto Ayora auf Santa Cruz, auf den Galapagosinseln. Und es gefiel uns auf Anhieb gut. Puerto Ayora ist ein schöner Ort mit Hafen, vielen Cafés und Hostels, einem kleinen Fischmarkt mit mehr hungrigen Pelikanen und Seelöwen als Fischverkäufern, sonnigem Wetter, schönen Stränden und interessanten Ausflugsmöglichkeiten. Am nächsten Morgen machten wir uns gleich auf die Suche nach einem Last Minute-Angebot für Kreuzfahrten. Wir gingen von Reisebüro zu Reisebüro, waren teils zufrieden mit den Angeboten oder auch nicht. Zurück im Hostel haben wir dann noch etwas online recherchiert und uns für das Angebot von Jorge von Galapagos Evolution Dreams entschieden, er war uns am symphatischten und hat uns das beste Angebot gemacht. Die entscheidungsunfreudigen Maurers hatten sich endlich entschieden. Zurück im Reisebüro sass da ein anderes Touristenpaar, das uns die letzten zwei Plätze auf dem Boot vor der Nase wegschnappte. Argh, wir hätten in die Tischkante beissen können! Doch Jorge war super, er disponierte um und machte uns ein anderes Angebot für eine weniger lange Kreuzfahrt auf einem kleineren, einfacheren Schiff, dafür noch mit diversen Tagesausflügen, Tauchen und Aufenthalten auf anderen Inseln. Wir buchten gleich alles, aus Angst jemand könnte uns wieder zuvorkommen. Nachmittags haben wir dann noch die Charles Darwin-Station besucht und die ersten Galapagos-Schildkröten gesehen. Lonesome George war wohl die berühmteste Schildkröte dieser Forschungsstation. Wir sahen nur die ausgestopfte Version, er ist 2012 100jährig gestorben ohne Nachfahren zu hinterlassen. So ist seine Art nun leider ausgestorben. Aber er wird ein bischen verehrt wie ein Inselheiliger. Dafür gibt’s nun eine neue Art: André-Schildkröten (siehe Fotos). Auch eine Büste von Charles Darwin haben wir da entdeckt. Er war als 26jähriger auf der Reise mit der HMS Beagle 1835 auf den Galapagos-Inseln und seine Entdeckungen da waren Ursprung seiner Evolutionstheorie (Evolution durch natürliche Selektion – the origin of species).

Die nächsten zwei Tage gingen wir bei den Inseln Santa Fe und Pinzón schnorcheln. Was für ein Erlebnis. Schon nach fünf Minuten im Wasser haben wir die ersten Adlerrochen gesehen, die elegant an uns vorbei ‚geflogen‘ sind. Es gab viele kleinere und grössere Fische zu sehen, die zum Teil recht neugierig nah an uns heran geschwommen sind. Und da waren Haie. Kleine Riffhaie und grosse Galapagos-Haie, das war zum Teil etwas furchteinflössend aber mit dem nötigen Respekt haben wir es genossen, ihnen zuzuschauen. Auch Wasserschildkröten haben wir die eine oder andere gesehen, meist aber nur kurz. Als wir einmal von einem Schnorchelplatz zum nächsten gefahren sind mit dem Boot, haben uns etwa 25 Delfine begleitet. Sie schwammen nah beim Boot, sprangen immer wieder über Wasser und wir konnten auch ihre Geräusche hören. Wir waren superglücklich. Schon lange wollten wir mal Delfine von nahem sehen und endlich waren sie da und zauberten uns ein riesiges Grinsen ins Gesicht. Auch Meerechsen konnten wir zuschauen, wie sie im Wasser nach Nahrung suchen. Diese Leguanart ist die einzige Art weltweit, die Ihre Nahrung im Wasser findet.

In der freien Zeit auf Santa Cruz gingen wir nach Las Grietas, ein mit Wasser gefüllter Felsspalt, der erfrischende Abkühlung in der Hitze bot. Oder wir sind zur Tortuga Bay gelaufen, ein wunderschöner Strand ca. 50 Minuten von Puerto Ayora entfernt. Wir haben das Inselleben genossen. Abends gingen wir jeweils in einem der Restaurants, die auf die geschlossene Strasse ihre Tische und Stühle gestellt haben, frischen Fisch essen.

Dann ging die viertätige Kreuzfahrt los, wir waren gespannt auf Schiff und Mitreisende. Eigentlich hatte ich mir ja nach der Überfahrt von Panama nach Kolumbien geschworen, nie mehr auf so einem kleinen Schiff zu reisen. Doch die Merak war genau so klein. Zur Sicherheit hatten wir Reisetabletten dabei, die wir aber zum Glück nicht brauchten. Wir hatten eine enge Kabine direkt neben dem Motorraum, dafür waren wir die einzigen mit Doppelbett (alle anderen hatten Kajütenbetten), es war allerdings etwas kurz. Wir waren acht Gäste (3 Holländer, 1 Französin, 1 Argentinier und mit uns 3 Schweizer) und vier Besatzungsmitglieder (Captain, Koch, Matrose und Guide). Es gab jeweils spätestens um 7:00 Uhr Frühstück, danach hatten wir diverse Landgänge auf verschiedenen Inseln und jede Menge Zeit zum Schnorcheln. Wir haben Flamingos gesucht (und gefunden), sind über Lavafelder gelaufen, haben Aussichtspunkte erklommen, jede Menge Seelöwen, Krebse, Iguanas (Meerechsen) und jede Menge Vögel (z.B. die Blaufusstölpel) gesehen und waren an wunderschönen Stränden, an denen wir auch Spuren von Schildkröten sahen (die legen nachts die Eier im Sand). Beim Schnorcheln haben wir einmal sehr lange einer Meeresschildkröte beim Fressen zugeschaut, Pinguine sind wie Raketen an uns vorbei geschwommen, wir haben Haie entdeckt, die sich unter Felsvorsprüngen versteckt haben und jede Menge Fische haben wir gesehen. Ich bin einmal untergetaucht und beim Auftauchen fand ich mich plötzlich in einem riesigen Thunfischschwarm wieder. Auch Orcas haben wir entdeckt, zum Glück als wir an Land waren und nicht im Wasser. Die Tierwelt auf Galapagos ist sehr sehr eindrücklich, wir haben auch viel gelernt (Bio- und Geo-Unterricht für Ü30-jährige).  Abends konnten wir uns fast nicht sattsehen an dem wunderschönen Sternenhimmel und all den Sternschnuppen. Wir haben dabei auch oft an Ursi gedacht, die vor einem Jahr gestorben ist. Nach den vier wunderschönen Tagen an Bord hiess es Abschied nehmen und wir waren wieder zurück in Puerto Ayora, wo wir schon das halbe Dorf kannten. Nach einem feinen Nachtessen mit Cristoffel und Irene vom Boot und Yvonne (eine Schweizerin, die wir seit Kolumbien immer mal wieder per Zufall treffen) gingen wir am nächsten Tag zur Abwechslung mal Tauchen. Naja, der Tauchlehrer war ein Volltrottel und die Sicht war vor allem beim zweiten Tauchgang schlecht. Beim ersten hatten wir wenigstens noch ein paar Adlerrochen und unterschiedliche Haie gesehen. Schade.

Wir haben dann noch zwei Tage auf Isabela verbracht, einer jüngeren Insel mit aktiven Vulkanen. Dort haben wir einen eher misslungenen Kajakausflug (wir sahen so ziemlich gar nichts) und eine Wanderung auf den Vulkan Chico bei Nebel und entsprechend miserabler Sicht gemacht. Interessant war zu sehen, wie anders die jungen Inseln im Vergleich zu den älteren sind, was Vegetation und Tierwelt angeht. Auf Isabela hat es praktisch nur Lavafelder, auf denen noch nicht viel wächst. Santa Fe ist eine ältere Insel mit viel Vegetation.

Zum Abschluss haben wir noch zwei Tage auf San Cristobal verbracht. Dort hatten wir einen absolut hammermässigen Schnorchel-Nachmittag: mit Seelöwen, die mit uns gespielt haben. Es war so lustig, wie sie vor uns rumbgebalgt haben, sich gepackt und geküsst haben. Oder wie sie auf uns zugeschwommen sind und ein paar cm vor der Taucherbrille untergetaucht sind. Auch eine Schildkröte konnten wir noch beobachten. Auch auf San Cristobal gingen wir nochmal tauchen, beim Kicker Rock. Wir hatten von anderen gehört, wie toll es zwei Tage zuvor war und waren sehr erwartungsvoll. Leider war die Sicht wieder nicht gut und die Strömung recht anstrengend. Dafür hatten wir diesmal einen super Tauchinstruktor.

Nach zwei Wochen interessanter Tierwelt, vielen Inseln, vielen Schiffahrten und viel Zeit im Wasser mussten wir uns dann leider von den Galapagosinseln verabschieden. Es ist eine Destination, die wir allen wärmstens empfehlen können – ich glaube die Fotos sprechen für sich.

Video vom Schnorcheln mit Seelöwen und andere Tiere

Video vom Tauchen

4 Comments

  • Doris 3. Mai 2017 at 8:07

    Superschöni Föteli und wie immer au en sehr spannende Bricht. Es freut eus rieisig, das ihr so tolli Erlebnis händ und alles guet lauft. Witer so.

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    • Melanie Maurer 3. Mai 2017 at 14:41

      Es esch au wörkli traumhaft gsi ond mer sind froh, hämer eus entschiede 2 Woche z’go. HaPpY BiRtHdAy!!!

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      • Doris 11. Mai 2017 at 8:47

        Danke velmol – han en ruhige Tag gho und fascht alli mini liebschte um mich ume gho…

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  • Dave Troxler 10. Mai 2017 at 7:42

    Hammer Pics! Wiiterhin gueti Reis

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