Kulinarisches aus Ecuador

Früchte und Gemüse

Wie schon in Kolumbien, gibt es auch in Ecuador sehr viele feine Früchte. Auf Märkten waren sie generell frischer und günstiger als im Supermarkt. Im Gegensatz zu Kolumbien fanden wir auch mehr Beeren (Erdbeeren, Brombeeren). In unserem fast täglichen Müesli fanden sich meistens irgendwelche leckere Früchte.

 

Pitaya Die Pitaya ist und bleibt eine unserer Lieblingsfrüchte. Ob Kolumbien oder Ecuador, ob gelb oder rot – einfach gut.

 

Pepino Pepino (Birnenmelone)

Das erste Mal haben wir die Frucht zu jung gekauft. Bei optimaler Reife wird die Schale gelb, dann ist sie schön saftig und süss. Der Geschmack erinnert, wie der Name erahnen lässt, an Birnen und Melonen. Gemäss Wikipedia wird sie auch in der Schweiz angepflanzt?! Wir haben sie in Ecuador das erste aber hoffentlich nicht letzte Mal genossen. Mit 35 mg Vitamin C auf 100 g, hat sie mehr als die meisten Zitrusfrüchte.

 

Cherimoya Cherimoya

In Kolumbien haben wir sie vergeblich unter dem Namen Anon gesucht – in Ecuador unter Chirimoya gefunden. Diese Frucht stammt aus den Anden von Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien. Aufgrund der vielen grossen Kerne ist sie etwas schwierig zu essen und nicht sehr ergiebig. Weisses, saftiges süsses Fruchtfleisch. Wenn sie nicht roh gegessen wird, wird sie zu Säften oder Eis verarbeitet.

 

Babaco Babaco (Berg-Papaya)

Auch bei diese Frucht war für uns neu und wir mussten fragen wie diese genossen werden kann. Die Frucht wird geschält, was auf Grund ihrer Form gar nicht so einfach ist, und kann roh gegessen werden. Wir mochten den schaumigen Kern weniger. Das Fruchtfleisch ist jedoch sehr fein, erinnert im Geschmack an Citrus-Früchte, ist aber nicht sehr sauer sondern eher süss und erfrischend. Normalerweise sind wir nicht die grossen Fans von Papayas, aber die Babaco mochten wir sehr. Auf der Wanderung rund um Baños haben wir in höheren Lagen ganze Plantagen angetroffen.

 

Feigen-Frischkäse-Brötchen Feigen

Auf dem Markt wollte ich frische Feigen kaufen um sie mit etwas Honig im Müesli zu verwenden. Zum Glück fragte mich die Verkäuferin ob ich sie roh essen wolle. Die Feigen hier wirken so stark abführend, dass sie niemand roh isst. Die Feigen werden für Stunden in Zucker-Wasser geschmort und danach mit Frischkäse, manchmal in einem Brötchen angeboten. Das schmeckt ganz gut auch wenn es nicht ohne klebrige Hände geht.

 

Tomate de Árbol Tomate de Arbol (Tamarillo)

Der Saft wird auch in Ecuador getrunken (siehe auch Bericht Kulinarisches aus Kolumbien). Ich glaube die meisten Einheimischen finden das Getränk wie ich nicht sehr fein, da diese Frucht jedoch so viele Vitamine (vor allem A, C, E) enthält, werden Kinder genötigt pro Woche mindestens einmal einen Saft zu trinken.

 

Rocoto-Chili Rocoto-Chili (Baum-Chili)

Nach dem Aufschneiden staunten wir erstmals über die schwarzen Kernen. Die Chili ist zwar scharf, aber auch wenn die Südamerikaner sie „Gringo-Killer“ nennen, uns konnte sie nicht vertreiben. Das Gute an der Schärfe: diese wirkt nur auf die Geschmackszellen, jedoch nicht auf die Verdauung. Wird oftmals auch in Aji-Sauce oder in Ceviche verwendet.

 

 platanos-maduros-asados-con-queso-or-baked-ripe-plantains-with-cheese Bananen werden bei Streetfood-Ständen auf dem Holzkohlegrill grilliert, aufgeschnitten und mit einem Stück Frischkäse in der Mitte serviert – irgendwie ist mir Schoggi-Banane sympathischer

 

Aguacate Aguacate (Avocados)

Und die Love-Story geht weiter. Mehr als drei Tagen ohne Avocados halten wir kaum aus.

 

Getreide und Hülsenfrüchte

In den Anden wird sehr viel Getreide angepflanzt. Ob Mais, Quinoa, Reis oder Bohnen – alles kommt in einer riesigen Sortenvielfalt vor.

Verarbeitet hat uns das Cevichocho am allerbesten geschmeckt – siehe Rezept.

Die eingelegten weissen Mote-Mais-Körner, die es zu vielem Essen als Beilage gab, konnten uns nicht begeistern. Strassenverkäufer verkauften Maiskolben, welche sie auf mobilen Holzkohle-Öfen grillierten.

 

Streetfood und Mahlzeiten

Cevichocho Das bereits genannte Cevichocho (siehe Rezept) gibt es überall, ob Strassenverkäufer oder im Restaurant.

 

Salchipapa Salchipapas

Die Pommes mit einem grillierten Würstchen und viel Mayo und Ketchup sind ein Klassiker in Ecuador.

 

hornado de chancho Hornado de chancho (grilliertes Schwein)

An Märkten gab es dies oftmals. Das Schwein wird als ganzes präsentiert. Die Verkäufer zupfen das Fleisch heraus und servieren es (eine Art pulled pork). Das Fleisch ist schön saftig, dazu etwas knusprige Rinde – einfach lecker.

 

Guy (Meerschweinchen) Guy (Meerschweinchen)

Ihr könnt (für den Moment noch) beruhigt sein. Das grillierte Meerschweinchen in Baños haben wir nicht gegessen. Was aber nicht heisst, dass wir das in Peru nicht noch nachholen werden. Ein Ecuadorianer hat uns beigebracht, dass es für sie gleich unverständlich ist, dass wir Hasen essen. Meerschweinchen sind halt für Ecuadorianer keine Haustiere wie für uns.

 

Fanesca Fanesca

Da wir während der Semana Santa (Osterwoche) in Quito waren, kamen wir in den Genuss der Fanesca. Das ist eine Suppe, welche nur während der Semana Santa gekocht wird. Siehe Rezept.

 

Encebollado Encebollado

ist eine Fischsuppe mit vielen Zwiebeln, geröstetem Mais und Koriander.

 

Chugchucara Chugchucara ist eine Spezialität von Latacunga. Wenn man von einer Vulkan-Wanderung zurück kommt und grossen Hunger hat, dann ist dieses deftige Essen das richtige. Es besteht aus geschmortem Schweinefleisch, gerösteten Maiskörner, Popcorn, Empanadas, Kartoffeln, gebratenen Bananen, Mote-Mais und Chicharron (frittierter Schweinebauch).

 

 

Fisch und Meerestiere

Auf Galapagos genossen wir vielen frischen Fisch und Meerestiere. Ob roh als Ceviche, vom Grill oder aus der Pfanne alles war super fein, da wirklich frisch. Nur die Seelöwen erhielten noch frischeren Fisch. Vor allem die einfachen Restaurants an der Charles Binford-Strasse in Puerto Ayora auf der Isla Santa Curz haben uns überzeugt.

  • Pescado Encancado – Fangfrischer Fisch (meistens Bruja) in Kokos-Sauce war hervorragend.
  • Canchalagua (Chiton/Käferschneggen) war auch ein besonderes Erlebnis. Das ist weder Fisch noch Krustentier sondern ein auf Galapagos endemisches Weichtier, welches im Wasser vorkommt.

 

Süsses

Die Ecuadorianer sind sehr süss. Wenn es genug heiss war genossen wir sofort ein Helado (Glace). Auch die Miniberliner, zwar ohne Marmelade dafür mit viel Zucker oder der Volcano de Cacao waren sehr lecker.

Tres Leches Tres Leches findet man überall in Ecuador. Das ist ein Biskuitkuchen mit drei Milchsorten (Vollmilch, Kondensmilch, gezuckerte Kondensmilch).

 

Aguapanela Aguapanela: Für die Wanderungen und MTB-Touren in den  Anden erhielten wir diese süssen Zuckerrohr-Mocken als Energiespender. Sie sollen besser wirken als Powerbar. Der kolumbianische Profi-Radrennfahrer Nairo Quintana hat dies auch schon während Rennen gegessen. Die verdutzten TV-Moderatoren meinten schon, er habe Doping zu sich genommen.

 

 

Getränke

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Limonade: Wie in Kolumbien, auch in Ecuador weit verbreitet und super lecker.

 

Himbeer-Saft Jugos

Zu Deutsch Säfte, wenn sie mit Wasser gemacht werden oder zu Neudeutsch Smoothie, wenn sie mit Milch angerichtet werden. Wird „Chugo“ ausgesprochen und hat keinen Migrationshintergrund :-). Sehr lecker mit all den frischen Früchten.

 

Quini Quini

Unter den Süssgetränken unser Liebling. Eine Limonade mit Ingwer.

 

Jugos und Schokolade Die Schokolade gab es nicht nur in fester Form, sondern auch flüssig als kalte oder heisse Schoggi, je nach Wetter.
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Neben den grossen nationalen Biermarken (z.B. Pilsner) gibt es auch viele lokale Brauereien. Sogar Galapagos hat eine.
Canelazo Canelazo

Ein Getränk für Melanie. Der Saft von Naranjilla (= Lulo in Kolumbien) wird mit Orangensaft, Zucker, Zimt und je nach Rezept noch mit Nelken aufgekocht. Serviert wird es oft in einer Karraffe. In das warme Getränk kommt noch ein guter Schuss Aguardiente (Zuckerrohrschnaps).

Coco- und Tamarinde-Saft wird von vielen Strassenverkäufern angeboten.