12 Tage in Chile

In Chile angekommen mussten wir uns erstmal an das hohe Preisniveau gewöhnen. Es war nicht mehr alles so günstig wie in Bolivien. Chile ist nicht sehr südamerikanisch, alles wirkt mehr modern und europäisch; auch die Bewohner sind nicht mehr so indogen wie in Bolivien oder Peru.

Wir haben die ersten zwei Tage in San Pedro de Atacama verbracht und eine supertolle Sternenbeobachtungstour gemacht. Die Atacama-Wüste ist sehr beliebt bei Astronomen, denn hier herrscht praktisch keine Lichtverschmutzung und auch die Luft ist sehr rein und somit die Sicht perfekt. Ein lustiger Kanadier (ein Freak, er ist extra wegen der Sterne nach San Pedro gezogen!) hat uns den Nachthimmel erklärt während wir Sternschnuppen und Satelliten vorbeifliegen sahen. Dann konnten wir verschieden Objekte durch Teleskope anschauen. Da waren Sterne, die am erlöschen sind, verschiedene Farben, viele auf einmal und das beeindruckendste: Saturn und Jupiter. Als etwa achtjährige habe ich Saturn mal durch das Teleskop unseres damaligen Nachbarn gesehen und ich war fasziniert von diesem schönen Ring um den Planeten. So war ich superglücklich, diesen schönen Planeten nach all den Jahren wieder zu bestaunen.
Im Valle de la Luna (Mondtal) haben wir wunderschöne Landschaft angetroffen. Wir haben einen Nachmittagsausflug gemacht mit diversen Stops. Wir sind auf Hügel gestiegen, haben bizarre Felsformationen bestaunt und den Sonnenuntergang mit Sicht auf das Tal genossen. Es ist eine sehr spezielle Landschaft, wie auf dem Mond halt.

23 Busstunden später waren wir in der Hauptstadt Santiago und wurden von Fresia abgeholt. Fresia ist eine Kollegin von André’s Studienkollege Reto und sie hat uns für mehr als eine Woche Asyl geboten. Und wir wurden verwöhnt! Es gab Schweizer Käse, Caotina, eine Nespresso Maschine und und und. Wir haben es genossen, mal wieder länger an einem Ort zu sein und haben uns sehr schnell wie daheim gefühlt. Wir haben Ausflüge in die Innenstadt gemacht, waren auf dem höchsten Hochhaus (Sky Costanera) und auf dem Hügel der Stadt. Mit Fresia haben wir den lokalen Markt besucht und danach Mittagessen gekocht. Santiago ist eine schöne Stadt, sehr modern aber trotzdem mit vielen schönen alten Gebäuden – ein guter Mix aus alt und neu. Auf der Free-Walking-Tour haben wir viel über Santiago und seine Geschichte gelernt, über die Zeit der Diktatur Pinochet’s und über Pablo Neruda, den chilenischen Literatur-Nobelpreisträger. Etwas ausserhalb Santiago’s liegt das berühmte Maipo-Tal, in dem Wein angebaut wird. Natürlich haben uns das nicht entgehen lassen. Online haben wir eine Besichtigungstour im grössten Weingut Concha y Toro gebucht und sind mit Metro und Bus dahin gefahren. Die Tour war sehr touristisch. Über die Produktion wurde nicht informiert, stattdessen haben wir einen Rundgang durch den riesigen Park des schönen Anwesens gemacht und den eindrücklichen Casillero del Diablo, den Weinkeller, besichtigt. Natürlich durften wir auch Weine degustieren, die uns nur zum Teil geschmeckt haben. Mit dem Taxi fuhren wir ins Weingut Haras de Pirque. Eine kilometerlange Allee führt zwischen den Pferdeweiden hindurch zum Weingut, das etwas oberhalb am Hang liegt. Leider war es sehr neblig, was die Aussicht etwas beeinträchtigte; dafür war das Maipo-Tal in eine mystische Stimmung verpackt. Das Gut ist sehr pompös, das kleine Restaurant schön. Die Führung war sehr persönlich und die Weine, die wir degustierten, haben uns sehr gut geschmeckt. Die zwei anderen Schweizer, die wir zufälligerweise auf dem Weingut angetroffen haben, haben uns danach zurück in die Stadt mitgenommen; wiedermal Glück gehabt.

An einem Tag haben wir einen Ausflug nach Valparaiso gemacht. Die Hafenstadt liegt nur 1.5 Stunden Busfahrt von Santiago entfernt. Valparaiso war früher eine reiche Stadt. Mit dem Bau des Panama-Kanals hat sie aber an Einfluss verloren und vieles ist am Verfallen. Wir haben auch hier eine Free-Walking-Tour gemacht und waren etwas enttäuscht, weil wir nicht viele farbige Gebäude gesehen haben. Danach sind wir selber noch etwas im mehr touristischen Teil herumgelaufen. Treppen hoch und runter, über die verschiedenen Hügel der Stadt. Es gab sehr schöne Plätze mit schönen Gebäuden. Es gibt auch zig Standseilbahnen, die einem den Aufstieg auf die Hügel erleichtern; uralte Konstruktionen. Nach einem leckeren Mittagessen mit frischem Fisch sind wir wieder nach Santiago zurückgekehrt.

Wir haben in der Woche auch viel Papierkram erledigt. Langsam kam der Abschied von Santiago und Fresia näher. Am Sonntag Nachmittag haben wir zusammen ein leckeres Raclette genossen. Ein letztes Mal gingen wir mit Fresia, ihrer Schwester und dem Schwager in der Stadt etwas trinken. Dann hiess es Koffer packen, denn nun wartete die letzte Station unserer Reise in Südamerika…

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