Kulinarisches aus Hongkong und Macao

Chinesisches Essen, da stellt man sich ja alles mögliche vor. Von leckerem Szechuan über Süsssauer bis hin zu Hühnerfüssen oder undefinierbarem. In Hongkong hatten wir die Möglichkeit das südchinesische (kantonesisch) Essen zu probieren. Hongkong ist ein Foodparadies. An jeder Ecke gibt‘s Essensstände, Restaurants oder einfache Gassenküchen, rund um die Uhr wird geschlemmt. Entsprechend riecht es auch in ganz Hongkong wie in einem chinesischen Restaurant, und das meine ich ganz positiv. Feste Essenszeiten scheint es keine zu geben, wobei sich über Mittag die längsten Schlangen bilden. Man sollte sich davon aber nicht abschrecken lassen, meistens geht es trotzdem schnell und man wird an einen Tisch geführt. In Hongkong sitzt man oft mit anderen Leuten an grossen, runden Tischen.

 

Dim Sum

Heisst wörtlich übersetzt ‚das Herz berühren‘, also genau das, was leckeres Essen meiner Meinung nach tun sollte. Dim Sum sind kleine Gerichte, die in Bambuskörben gedämpft werden. Traditionellerweise werden Dim Sum in Teehäusern gegessen. Meist wird da nicht serviert, sondern man holt die Körbe bei einem der Wagen ab, die vom Personal durch‘s Restaurant gefahren werden. Hier ein paar Varianten, die wir probiert haben:

Cha Siu Bao sind mit Schweinefleisch gefüllte, gedämpfte Brötchen aus Hefeteig. Baos gibt es mit allem möglichen gefüllt (auch süsse). Diese mit Schweinefleisch sind aber am bekanntesten.
Xialongbao sind gefüllte Teigtaschen, die Fleisch und Fonds enthalten. Man tunkt sie in eine Sauce aus Essig, Sojasauce und Ingwer, bevor man sie isst.
  Shaomai stammen wahrscheinlich ursprünglich aus der Mongolei, sind in Hongkong aber ein beliebter Snack. Diese Variante enthält Schweinebrät, eine Crevette und Reis. Eine meiner Lieblings-Dim-Sum-Variante.
Shanzhu Niurouqiu sind gedämpfte Rindfleischbällchen. Sie werden gut gewürzt und schmecken sehr lecker (abgesehen von den paar Knorpeln drin).
Lo Mai Gai ist Reis mit Schwein, Poulet und Würstchen im Lotusblatt gedämpft. Unsere Tischnachbarn waren erstaunt, als wir im Teehaus fragten, ob es dieses Gericht gibt und waren uns behilflich, es zu bestellen. 

 

Siu Mai

Siu Mai meint Fleischgerichte, die am Spiess über dem Feuer gegrillt werden.

Char Siu  – gegrillter Schweinebauch mit schön krosser Fettschicht und trotzdem sehr saftig.
Siu Ngo – gebratene Gans. Man kann eine ganze Gans oder eine halbe bestellen, oder auch einfach einen Schenkel. Dazu wird eine Sauce mit Ingwer und gedämpfter Reis serviert. Die Kunst dabei ist, dass das Fleisch zart und saftig bleibt. Wir haben dieses traditionelle Gericht in einem Michelin-Sterne-Restaurant gegessen, dem wohl günstigsten weltweit. Service und Ambiente waren nicht Sterne-würdig, die Gans allerdings schon!
  Siu Aap ist grillierte Ente. Am bekanntesten ist die Peking-Ente, die – wie der Name schon sagt – aus Peking stammt. Man rollt dabei das Fleisch mit der krossen Haut, Gurke, Zwiebeln und Hoisin Sauce in einen Pfannkuchen.

 

Fisch und Meeresfrüchte

Diese sind allgegenwärtig in Hongkong und Macao denn beide Städte sind am Meer. Wir waren auf dem Fischmarkt in Aberdeen (Stadtteil von Hongkong) und die Auswahl war riesig. Da haben wir ein Fischmenu zum Mittagessen genossen:

Zugegeben, ich wusste vor dieser Reise nicht, was Abalone ist. Die Chinesen scheinen aber sehr auf diese Delikatesse zu stehen – schon in Australien am Fischmarkt assen sie diese in Mengen. Diese frittierte Variante mit Chilli und Salz war sehr lecker. Geschmacklich wie grosse Miesmuscheln, die Konsistenz ist aber eher mit Geflügel zu vergleichen.
  Jakobsmuschel mit Knoblauch und Glasnudeln.
  Krabbe mit Ingwer und Frühlingszwiebel. Es war eine Herausforderung, diese mit Stäbchen zu essen.
  Dieser Fisch war auf den Punkt gedämpft. Leider wissen wir nicht, welcher Fisch es war. Die Bohnensauce dazu ist aus fermentierten, schwarzen Bohnen. Sie schmeckt erdig-sauer.

 

Nudelsuppen

Für mich das perfekte Frühstück. Es gibt Restaurants, die servieren praktisch nur Nudelsuppen. Man kann wählen, welche Suppe man will, welches Fleisch und welche Art Nudeln. Das Geschmackserlebnis hängt dabei hauptsächlich von der Qualität der Brühe ab. Wir haben Rindsnudelsuppe (mit Beef Brisket), Wonton-Nudelsuppe und Curry mit Rindfleischsehne probiert. Letzter schmeckte uns am wenigsten.

 

Nachspeisen

Egg-Tart: Diese süssen, warmen Blätterteig-Küchlein haben den Ursprung wohl in Lissabon und wurden von der portugiesischen Kolonialmacht nach Hongkong und Macao gebracht. Die Konsistenz der Eierfüllung ist sehr glatt und geschmeidig. Mir persönlich waren sie zu wenig süss (und das sage ich, ich bin doch gar kein Schleckmaul!).
 
Meistens riecht man diese süssen Waffeln schon meterweit weg, bevor man den Stand (und die lange Schlange davor) sieht. Man kann sie natur oder mit allem möglichen gefüllt haben und sie werden dann jeweils frisch zubereitet. Wir haben uns für Schoko-Banane entschieden. In jedem der Kügelchen hatte es etwas zerdrückte Banane und Schokosauce, die allerdings flüssig wie Wasser war. Auch hier hätte ich eine süssere Variante bevorzugt. 
  Ma Lai Gao ist ein gedämpfter Kuchen, der sehr luftig ist. Die braune Farbe erhält er von dem braunen Zucker, der darin enthalten ist. Der Name deutet darauf hin, dass er ursprünglich aus Malaysia kommt.

 

Restaurant-Empfehlung

 

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