Von Ü60 bis U20 – Rentnerleben und Party

Mit dem Zug fuhren wir von Bangkok nach Hua Hin. Nachdem wir uns in Indien angewöhnt haben, die vielen Verkäufer und Bettler am Bahnhof einfach zu ignorieren, ist es nun eine riesige Umstellung, wieder freundlich zu sein und die Leute, die einem helfen wollen, zu beachten (keine Angst, wir arbeiten an unseren Manieren). Ich merke, dass ich oft noch wortlos an hilfsbereiten Thais vorbeilaufe, anstatt sie anzulächeln und mir helfen zu lassen. Die Zugsfahrt war gediegen, mit Essen und Getränken, die serviert wurden, und der Zug war sehr pünktlich. In Hua Hin hatten wir mal wieder das Glück, bei jemandem wohnen zu dürfen. Dani hat mit André bei Helsana gearbeitet und war auch im Chochclub Cordonbleu. Seit Weihnachten geniesst er nun das Pensioniertenleben in Thailand. Wir haben dieses fast eine Woche mit ihm geteilt. Wir haben Spaziergänge gemacht, haben die wunderschöne Höhle Phraya Nakhon besucht und thailändischen Wein im Monsoon Valley degustiert; dieser war erstaunlich gut. Wir waren auf Aussichtspunkten, wo Affen unser Auto in Beschlag genommen haben, und haben ein Monument ehemaliger Könige besucht. Einige Tage haben wir auch einfach das Zuhause am Pool genossen. Wir haben unsere Weiterreise organisiert, mit unseren Familien telefoniert und Bürozeugs erledigt. Auch das gehört zu langen reisen… Als sich unter Danis Kollegen bei einem gemeinsamen Abendessen herumgesprochen hat, dass wir Aargauer sind, mussten wir das mit einer Rüeblitorte beweisen. Wir wissen jetzt: es geht auch ohne Waage und mit Natron statt Backpulver und der Backofen funktioniert. Dani, es war wunderschön bei dir in Hua Hin, vielen Dank für die Gastfreundschaft!

 

Weiter ging‘s mit Bus und Fähre nach Ko Tao. Thailand ist merklich touristischer als alle anderen Länder, die wir schon besucht haben. Es hatte praktisch nur Touris im Bus und auf der Fähre, jeder erhält einen Sticker auf’s Shirt, mit der Angabe, wohin er fährt – ziemlich schrecklich. Ko Tao ist eine kleine Insel im Golf von Thailand und vorallem dafür bekannt, dass man hier sehr günstig Tauchzertifikate machen kann. Diese haben wir zwar schon, aber wir wollten einfach zum Spass tauchen gehen. Es war schön, mal wieder unter Wasser zu sein, aber überragend waren die Tauchgänge nicht. Die restliche Zeit haben wir am weissen Palmenstrand mit türkisblauem Wasser verbracht und ein Glas Wein beim Sonnenuntergang getrunken. Hier ist praktisch alles zu Fuss erreichbar. Leider hatten wir den Fotoapparat nie dabei, wir können euch also nicht zeigen, wie schön es war.

Mit der Fähre sind wir dann nach Ko Phangan gefahren, der nächstgrösseren Insel. Wie haben für vier Nächte in ein einfaches Hostel eingecheckt und da supertolle Leute kennengelernt. Wir haben die Insel per Scooter erkundet und gemeinsam die Nächte durchgetanzt. Auf Ko Phangan findet monatlich die Fullmoonparty statt; und die Halfmoonparty und die warm-up-Parties dafür – also jeden Tag gibt es irgendwo eine Party. Uns hat Ko Phangan von den drei Inseln am besten gefallen. Sie ist nicht so gross, nicht so überbaut und hat etliche schöne Buchten mit traumhaften Stränden. Es macht schon Spass, auf so einer Insel mit dem Scooter rumzufahren und die Wärme und den Fahrtwind auf der Haut zu spüren. Am 31. Januar war dann die berüchtigte Fullmoonparty. Nach einem ausgiebigen Barbecue im Hostel fuhren wir alle gemeinsam mit dem Taxi nach Haad Rin. Etwa 15‘000 Menschen feierten am Strand (in anderen Monaten können es bis 30‘000 werden!), tanzten zu mehrheitlich elektronischer Musik und tranken Alkohol aus Eimern (wie mit 16 in Lloret…). Auch Drogen wurden viele konsumiert, davon haben wir natürlich die Finger gelassen. Es war eine sehr lustige Partynacht. Wir schauten zu, wie betrunkene Touris Limbo unter brennenden Stangen durch tanzten oder wie sie über brennende Seile hüpften. Jeden Monat gibt es ein paar, die sich übliche Verbrennungen holen – total bescheuert. Die Party war super, nur die Abfallberge am Strand sind übel. Da wird bestimmt viel ins Meer geschwemmt und das finden wir gar nicht gut. Am letzten Abend macht Johnny – einer vom Hostel – in einem Thaiboxkampf mit. Das konnten wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Wir hatten Tische direkt am Ring und konnten die fünf Kämpfe so hautnah mitverfolgen. Johnny hat leider verloren, aber die kleinen Jungs, die vor ihm gekämpft haben waren total süss; ihre Boxhandschuhe waren fast so gross wie sie selbst.

 

Schweren Herzens nahmen wir dann Abschied vom Jungle Vibes Hostel und fuhren weiter nach Ko Samui. Wir hatten nur noch zwei Nächte Zeit, bevor unser mehrtägiges Tauchboot startet, aber ich wollte noch nach Ko Samui. In meiner Reisebüro-Zeit habe ich so oft Reisen auf diese Insel verkauft, ich wollte mir nun – 20 Jahre später – selbst ein Bild davon machen. Naja, was wir sahen, hat uns nicht aus den Socken gehauen. Die ganze Insel ist überbaut, es hat viel Verkehr, zu den öffentlichen Stränden kommt man nur, wenn man erst durch eine Hotelanlage läuft und es wurde oft einfach viel zu nah ans Wasser gebaut, das Strandfeeling geht so verloren. Schade! Vielleicht hat das etwas schlechtere Wetter (viel Wind und zum Teil Regen) oder die Tatsache, dass gerade meine Grossmutter gestorben ist, auch dazu beigetragen, dass wir nicht überwältigt waren von diesem Ort. Durch die touristische Infrastruktur hat es aber sehr viele schöne Restaurants. Vor allem im Fishing Village bei Bophut hat es uns gut gefallen. Wir sind zwei Tage mit dem Scooter rumgekurvt und haben noch Claudia und ihre Familie getroffen, die gerade auf Ko Samui in den Ferien ist (Claudia kenne ich vom Fitnesscenter in Baden).

 

Wir hatten eigentlich gar nicht geplant, nach Thailand zu reisen und nun sind wir doch schon 16 Tage hier. Als nächstes haben wir eine viertägige Tauchreise auf einem Boot auf der Westseite Thailand‘s im Andamanen-Meer geplant. Wie es danach weitergeht, wissen wir noch nicht genau. Wir sind gerade sehr spontan und geniessen das völlig.

1 Comment

  • dänu 5. Februar 2018 at 2:39

    hallo ihr beiden, euer besuch hat mich sehr gefreut. weiterhin viel spass auf eurer reise. es grüessli dän

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