Kulinarisches aus Thailand

Thailändisches Essen ist auch in der Schweiz sehr verbreitet und beliebt. Daher stellte sich für mich die Frage, ob es in Thailand noch andere Gerichte gibt oder ob das Essen dort anders schmeckt. Im Allgemeinen kann ich aber sagen, dass das Thai-Essen in der Schweiz sehr authentisch ist, zumindest dort wo ich jeweils Thai gegessen hatte. Die geschnitzten Dekorationen aus Früchten und Gemüse, wie ich sie kannte, haben wir in Thailand weniger angetroffen, vielleicht auch weil wir mehrheitlich günstigere Restaurants besuchten. Bezüglich Schärfe wird man oftmals gefragt wie man die bestellten Speisen möchte. Wir bestellten es immer scharf, was immer noch ziemliche Unterschiede mit sich brachte, je nach Restaurant. Nach Bhutan und Indien waren wir uns doch einiges an Schärfe gewohnt und hatten keine Probleme. Dadurch, dass wir uns ausschliesslich von Bangkok nach Süden bewegten, fehlen wohl einige Köstlichkeiten aus dem Norden, ein Grund wieder zu kommen. Verleidet ist uns das thailändische Essen auch nach über einem Monat noch nicht.

 

Snacks, Streetfood und Vorspeisen

Das „Vorspeise“ im Titel ist zwar etwas gewagt, denn man kann in Thailand schon eine Vorspeise bestellen, dass diese dann aber vor dem Hauptgang serviert wird, wäre eher Zufall. Allgemein wird einfach serviert, sobald etwas fertig gekocht ist, so kommt es auch oft vor, dass nicht alle am Tisch gleichzeitig das Essen bekommen. Da ist es an einem der vielen Märkten einfacher, wo man sich die Reihenfolge selber macht und von Stand zu Stand geht und sich so mit unterschiedlichen Speisen den Bauch füllt.

 

Krok

Krok sind kleine Kügelchen, welche in speziellen gusseisernen Formen frittiert werden. Oftmals ist es ein Kokosteig oder Kartoffelteig der als Basis dient. Uns schmeckte aber auch die Variante aus Ei, wo noch Krevetten oder Calamari mitfrittiert wurden.

Frittierte Cashewnüsse

Ich liebe Cashewnüsse sowieso. Die frittierte Variante ist eine gute Alternative zu den gerösteten Salznüssen.

Frühlingsrolle

Wer kennt sie nicht – und immer wieder lecker. Meistens frittiert mit einer süss-sauren Sauce.

Satay-Spiesse

Die feinen Poulet-Spiesse welche auf Holzkohle grilliert werden findet man als Vorspeise oder Snack auf der Strasse.

Fisch-Cake

Es brauchte seine Zeit, bis ich das bestellte, denn unter dem Namen stellte ich mir nichts wirklich köstliches vor. Ich wurde positiv überrascht. Knusprig wie eine Krokette mit dezentem Fischgeschmack.

Frittierte Calamari und Krevetten

Zugegeben auch in Thailand wird viel frittiert. Im Tempurateig mit süss-saurer Sauce schmecken sie aber einfach super.

Miang Kum

Ein Gericht mit Tradition (von 1900), welches wir leider nur einmal angetroffen haben. Bei mir hat es aber einen sehr bleibenden Eindruck hinterlassen. Cashewnüsse, Ingwer, Limette, Krevetten, Tofu, Zwiebeln, Chili und eine Tamarinde-Kokosnuss-Sauce in einem Betelnuss-Blatt. Eine wahre Geschmacksbombe mit diesen verschiedenen Aromen und Konsistenzen.

Khanom Bueang (Thai-Crepes)

Ein süsser Snack. Der Teig aus Reismehl und Zucker wird dünn wie eine Crepe gebacken und zu einer Art mini Taco geformt. Dieser wird mit süsser Kokoscrême und weiteren Zutaten von süss bis salzig gefüllt. Schön zum ansehen, aber eher künstlich im Geschmack.

Roti (Thai-Pancake)

Hat nichts mit dem Roti (Brot) in Indien zu tun sondern ist viel mehr ein Pfannkuchen der gefüllt wird. Zur Füllung stehen unzählige Möglichkeiten zur Auswahl. Am beliebtesten sind Schokolade, Nutella, Banane, Mango oder Kokosnuss.

 

Salate

Som Tum Tod @ Castaway, Ko Lipe

Grüner Papaya Salat (Som Tam)

Hierzu werden unreifen Papayafrüchte verwendet, welche gestampft werden. Der Geschmack erinnert kaum an die süsse Papaya. Faszinierend ist zuzuschauen, wie die Thais die Papaya ohne Küchenmaschine oder Brett in Windeseile in schöne regelmässige Stücke schneiden. Zur Papaya werden Knoblauch, grüne Bohnen und manchmal Tomaten und Stangensellerie gereicht. Die süss-saure Sauce aus Limetten, Fischsauce und Zucker gibt dem Gericht den typischen Geschmack.

Eine spannende Variante ist die frittierte Version vom Papaya-Salat (Som Tum Tod)

Mango-Salat

Ähnlich wie beim Papaya-Salat werden hier unreife Früchte verwendet, die nicht wirklich nach Mango schmecken. Frühlingszwiebeln, Koriander, Stangensellerie, Zwiebeln, Chili, getrocknete Krevetten, Erdnüsse und ebenfalls eine Sauce aus Limettensaft, Palmzucker und Fischsauce vervollständigen das Gericht.

Cashew-Nuss-Salat

Cashewnüsse mit Chili, Zwiebeln, Koriander, Tomaten und etwas grünem Salat und wenig Sauce. Eine gute Kombination.

 

Glasnudel-Salat (Yam Woon Sen)

Lauwarme Glasnudeln mit Stangensellerie, Knoblauch, (Frühlings-) Zwiebeln, frischer Koriander, Ingwer, Erdnüssen, Limettensaft, Fischsauce und wahlweise Poulet-, Schweine- oder Rindfleisch oder Krevetten bzw. Meeresfrüchten.

Krevetten- oder Meeresfrüchtesalat

Hier wird an der Hauptzutat kaum gespart. Dazu die typischen Thai-Kräuter (wie bei den Salaten oben)

Poulet-Salat (Larb Gai)

Ein Gericht aus dem Nordosten von Thailand, das aber zum Glück im ganzen Land weit verbreitet ist. Es ist eines unserer Favoriten. Gehacktes Poulet angebraten und lauwarm serviert mit Zwiebeln, Frühlingszwiebeln, frischem Koriander, Limettensaft und Fischsauce. Es gibt auch andere Varianten mit Schweinefleisch, Fisch, oder anderem.

 

Suppen

Tom Yum (Kung)

Tom Yum ist eine scharfe Thai-Suppe aus Brühe, Fischsauce, Zwiebeln, Zitronengras, Kafirlimetten, Galgant, Ingwer, Tamarinde, Chili und frischem Koriander. Wahlweise wird sie vegetarisch, mit Krevetten (=Kung, unsere bevorzugte Variante), mit Poulet (=Gai), mit Fisch (=Pla) oder mit Meeresfrüchten (=Talee) serviert. Mich stört ein wenig, dass meistens ganze Stücke der Zutaten mit serviert werden, was dann ziemlich unangenehm ist wenn man auf eines dieser stark riechenden, meist noch zähen Zutaten beisst. Trotzdem war es ein Favorit von Melanie.

Tom Kha (Gai)

Ähnliche Zutaten wie bei der Tom Yum, nur wird statt Brühe ausschliesslich Kokosmilch verwendet. Häufig enthält diese Suppe auch Pilze. Wir mögen diese Suppe am liebsten mit Poulet.

 

Curry

Thai-Currys sind kaum vergleichbar mit den indischen Currys da sie nicht nur aus getrockneten, gemahlenen Gewürzen, sondern aus „Curry“-Paste hergestellt werden. Klar besteht die Curry-Paste auch aus gemahlenen Gewürzen, diese unterscheiden sich aber ziemlich von den in der indischen Küche verwendeten Gewürze. Eine Thai-Currypaste wird fast immer aus der gleichen Basis hergestellt: Knoblauch, Schalotten, Galgant, Shrimp-Paste, Kafir-Limetten, Korianderwurzel, Kreuzkümmel, Zitronengras und Pfeffer. Ein Thai-Curry wird immer mit Curry-Paste, Kokosmilch und Palmzucker gekocht.

 

Rotes, grünes, gelbes Curry

Je nach Currypaste werden bei der Pasten-Zubereitung noch rote Chilis (= rotes Curry), grüne Chilis und Korianderstängel (= grünes Curry) oder Currypulver mit Kurkuma (= gelbes Curry) hinzugefügt. Je nach Küche und Curry werden beim Kochen neben Kokosmilch und Zucker noch weitere Zutaten wie Kafirlimette, Thai-Basilikum, Thai-Aubergine, Baby-Maiskolben, Ananas, Cashew-/Erdnüsse oder anderes mitgekocht. Praktisch alle Currys kann man wahlweise vegetarisch (mit oder ohne Tofu) oder mit Poulet, Schweinefleisch, Rindfleisch, Krevetten, Fisch oder Meeresfrüchten haben.

Kaeng Massaman

Ein Gericht aus der südlichen Thai-Küche, was übersetzt Muslim-Suppe bedeutet. Hier wird die Kokosmilch mit einer eigenen Massaman-Curry-Paste angerichtet. Neben Kokosmilch und Zucker werden auch noch Kartoffeln, Zwiebeln, Fischsauce, Tamarinde, Zimt und Kardamon mitgekocht. Wegen den letzten Gewürzen wird es oftmals mit indischer Herkunft verbunden – hat es aber nicht, und es schmeckt auch anders. Üblicherweise wird im Curry ein Pouletschenkel mitsamt Knochen langsam und lange geschmort. Leider findet man diese Variante mit dem Hühnerschenkel selten – es lohnt sich aber danach zu suchen.

Kaeng Panaeng

Auch hier wird eine Panaeng-Curry-Paste verwendet. Diese Currypaste enthält zu den Grundzutaten noch Limettenschale und Salz. Ansonsten ist es eher ein mildes, cremiges Curry mit intensivem Geschmack nach Kokosmilch, Erdnuss, Thai-Basilikum, Kafirlimette und der Süsse des Palm-Zucker. Fischsauce und frischer Chili enthält es meistens auch ein wenig.

 

Gebratenes

Phat Thai (Gebratene Nudeln)

Ein Klassiker der Thaiküche und wohl das Gericht, welches wir am häufigsten bestellt haben. Unserer Meinung nach auch das Gericht, welches sich je nach Restaurant am meisten Unterscheidet. Hier stellt sich heraus, was die Küche wirklich kann. Auf Wunsch kommen die Reisbandnudeln in gewissen Restaurants sogar in einem Ei verpackt. Tofu und verquirltes Ei sollte immer drin sein, oftmals auch noch Sprossen, Frühlingszwiebeln, Baby-Mais. Daneben kann man auch bei diesem Gericht wählen ob mit oder ohne Fleisch oder Meerestieren. Unser Favorit ist Phat Thai mit Krevetten. Mit den Erdnüsse, Limetten und Gurken welche auf dem Teller mitserviert werden und der Fisch-, Soyasauce und den Chili-Flocken welche auf dem Tisch stehen sollten, kann man das Gericht nach eigenen Wünschen abschmecken. 

Gebratener Reis

Gebratener Reis als Hauptgericht oder Beilage. Wir wählten meistens normaler Reis als Beilage da uns dies genügte. Der gebratene Reis mit Poulet, Cashewnüssen und Ananas in einer Ananas serviert als Hauptgang sieht nicht nur schön aus, sondern ist auch gut.

Gebratenes Fleisch

Diverses gebratenes Fleisch mit diversen Zutaten findet man in fast jedem Restaurant mit Thai-Gerichten. Oftmals wird das Fleisch in einer Sojasauce serviert. Varianten mit frittiertem Thaibasilikum oder mit Ingwer sind unsere Favoriten. Das Schweinefleisch in Thailand fanden wir besonders zart und schmackhaft.

Gebratenes Gemüse

Das Gemüse wird ähnlich wie das Fleisch mit Sojasauce zubereitet. Der gebratene Wasserspinat (Morning Glory) war eine gute Beilage.

 

Fische und Meeresfrüchte

Da wir die meiste Zeit in Meeresnähe verbrachten, genossen wir auch oftmals Fisch und Meeresfrüchte, sei es in einem Curry, Phat Thai (siehe oben) oder als Fisch-Filet oder ganzer Fisch gegrillt oder gedämpft. Oftmals kann man wählen mit welcher Sauce man den Fisch möchte. Gedämpft mit Thai-Kräuter-Sauce und Zitronensauce waren unsere bevorzugten Varianten. Die Zitronensauce ist aber nicht zu vergleichen ist mit einer westlichen Zitronensauce sonder ist eine Art frische Sweet-and-Sour-Sauce aus Limetten, Zucker und Chilis.

 

Desserts

 

Milchreis mit Mango (Sticky Rice with Mango)

Das berühmteste Dessert Thailands. Milchreis mit Kondens- und Kokosmilch gekocht und mit einer frischen Mango serviert. Keine Frage, das ist etwas für mich als Mango-Liebhaber.

Banana in Kokosmilch

Ein Dessert, das auf fast jeder Menukarte zu finden ist. Ich habe es nur einmal probiert und war nicht gerade begeistert. Langweilig und sehr gewöhnungsbedürftig mit der süss-salzigen Kokosmilch.

Gerolltes Eis

Der absolute Trend auf Märkten. Auf einer tiefgekühlte Metall-Platte werden frische Früchte und Biskuits zusammen mit Kondensmilch mit einem Spachtel mehrfach zerhackt und flach ausgestrichen. Das klopfen der Spachtel hört man über den halben Markt. Am Ende wird die flach gefrorene Masse mit dem Spachtel zusammengerollt und mit Rahm und Schokoladensauce serviert. Mehr Show als Geschmack.

 

Getränke

 

Tee

Auch die Thailänder trinken den Tee mit Milch. Nach so viel Chai in Indien haben wir den aber kaum getrunken. Viel lieber haben wir bei den heissen Temperaturen einen selbst gemachten Iced Lemon Tea bestellt. In den meisten Restaurants wird der Eistee selber gemacht. Natürlich ist dies den Fertigprodukten geschmacklich vorzuziehen.

Fruchtsäfte

Wassermelonen- und Mango-Saft waren unser tägliches Erfrischungsgetränk. Manchmal als reiner Saft, manchmal als Shake oder Lassi. Die Lassi’s in Indien waren jedoch viel besser.

Kokosnuss

Wir sind beide keine Kokosnuss-Liebhaber. Wenn wir aber eine geschenkt bekommen versuchen auch wir gerne wieder einmal und trinken den Saft und essen das Fruchtfleisch.

Bier

In Thailand gibt es vor allem drei Biermarken. Singha, Leo und Chang. Chang ist nicht nur das günstigste sondern auch unser Lieblingsbier in Thailand.

Sang Som

So heisst der thailändische Rum. Pur haben wir ihn nie probiert, im Mojito hat er sich aber sehr gut gemacht.

 

Übersetzungen

Sogar in den abgelegensten Restaurants findet man englische Speisekarten (oftmals mit einigen lustigen Übersetzungsfehlern). Wenn man einige Begriffe kennt, kann man aber auch die meisten Gerichte aus dem thailändischen ableiten.

Lebensmittel

Gai Poulet
Moo Schwein
Pla Fisch
Kung Krevette
Talee Meeresfrüchte
Pak Gemüse
Gluay Banane

 

Zubereitungsarten

Phat gebraten
Tod frittiert
Ping grilliert
Yang geröstet
Larb gehackt
Ped scharf
Kaeng Curry

 

Restaurant-Empfehlungen

In Thailand wird oftmals Auswärts gegessen, auch von einheimischen. Die Preise für das Essen sind so tief, dass man kaum günstiger selber kochen könnte. Wir haben für eine Mahlzeit zu zweit mit Getränken zwischen CHF 15 – 30 ausgegeben. Etwas speziell ist, dass Hauptspeisen gleich teuer wie Vorspeisen und Snacks sind, und das Frühstück eher teurer ist als eine normale Thai-Hauptspeise. Dadurch, dass wir nie selber kochten, haben wir sehr viele Restaurants besucht. Sämtliche Reviews findet ihr in Tripadvisor. Die allerbesten sind folgende:

  • The Local Canteen, Bangkok: Einflüsse verschiedener regionaler Spezialitäten und Streetfood werden in der Menukarte vereint. Alles was wir hatten war einfach nur eine super feine Überraschung (unser Tripadvisor-Review, Restaurant-Link)
  • P.Oy’s Place, Ko Tao: Klein, fein, authentisch. Alle Thai-Gerichte (Phat Thai, Massaman Curry) welche wir hier hatten, konnten in anderen Restaurants nicht übertroffen werden. (unser Tripadvisor-Review)

 

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