Bei den Costeños in der Sprachschule

Cartagena kannte ich ja schon von unserer Ankunft in Kolumbien. Nun reiste ich alleine zurück um meinen zweiwöchigen Spanischkurs zu machen. Melanie besuchte ihre Sprachschule in Medellin, damit wir uns in der Freizeit nicht schweizerdeutsch unterhalten. Ich hatte mich im Voraus für eine Sprachschule entschieden. Zur Auswahl standen vier Sprachschulen. Nachdem ich in den Internet-Recherchen keine Angebote auf deutschen oder schweizerischen Webseiten gefunden hatte, buchte ich bei „babel“. Um so erstaunter war ich, als am ersten Tag fast nur Deutsche und Schweizer (buchbar über Globetrotter) in der Schule waren. Zumindest war ich in der ersten Woche mit Sebastian, einem Finnen, zu zweit in der Klasse. In der zweiten Woche genoss ich sogar vier Stunden privat-Unterricht pro Tag, da ich auf meinem Level der einzige Schüler war. Aber eigentlich war ich ja ganz glücklich zwischendurch in der Freizeit doch wieder etwas (Schweizer)-Deutsch zu sprechen. Denn mit meinem bescheidenen Wortschatz dauerte es halt eine Ewigkeit, bis ich etwas erzählen konnte. Da war ich auch froh, dass im AirBnB Carlos wohnt, ein Kolumbianer der Deutschlehrer ist und mir auch vieles über die kolumbianische Kultur erzählte. Trotz den Umständen machte ich

Fortschritte im Spanisch und genoss Cartagena. An den freien Nachmittagen hiess es jeweils erstmals den Kopf kühlen beim Baden an einem der stadtnahen Strände oder am weiter entfernten, dafür schöneren Playa Blanca. Auch ein Bummel durch die schöne Altstadt und Hausaufgaben machen bzw. Wörter lernen in einem klimatisierten Kaffee bei einem frischen Fruchtsaft oder Limonade hat sich in meinem fixen Nachmittagsprogramm eingependelt. Vor dem eindunkeln, wenn die Temperatur langsam erträglich wurde, machte ich oftmals noch meine Jogging-Runde. Der Sand, das Salzwasser und der heisse Asphalt setzte aber meinen Laufschuhen so zu, dass ich sie im Müll von Cartagena lassen musste. Das Nachtessen bereitete ich im AirBnB meistens selber zu. Dazu kaufte ich frisches Gemüse und Früchte am liebsten im Mercado Bazurto, einem riesigen Markt wo man alles findet. Die Lehrer der Schule meinten später allerdings, dass man da vor allem als Tourist ja nicht alleine hingehen soll – da hatte ich ja nochmals Glück gehabt. Am Abend ging es oft mit den Schulkollegen in den Ausgang: Salsa-Kurs im Crazy-Salsa, Sonnenuntergang vom Cafe del Mar auf der Stadtmauer aus geniessen, Teil des Rummels auf der Plaza de la Trinidad sein, von einer der Roof-Top-Bars dem Treiben auf dem Platz des Torre de Reloj zuschauen, Rooftop-Partys im Media-Luna oder am Wochenende zusammen mit einheimischen in einen Club. In der letzten Woche meines Aufenthaltes begannen noch die Miss-Colombia-Wahlen. Kolumbien ist das Land der „Reinas“. Für alles mögliche gibt es hier Schönheits-Wettbewerbe wo eine „Reina“ (Königin/Miss) gewählt wird. An der Miss-Colombia-Wahl kommen die Missen aller Provinzen zusammen und in einem mehrtätigen Event wird die Miss-Colombia gewählt, welche meistens auch an den Miss-Universe-Wahlen gut abschneidet. Am Freitag durfte ich die Missen noch an der Parade bestaunen – fast wie Carnaval in Barranquilla.

Ich hatte eine gute Zeit in Cartagena. Schon erstaunlich wie man sich nach zwei Wochen schon etwas wie zu Hause fühlen kann. Nun bin ich aber trotzdem froh wieder zu Melanie reisen zu dürfen.

 

4 Comments

  • Doris 24. März 2017 at 7:28

    Super, dass Du auch eine gute Zeit gehabt und fleissig gelernt hast. Weiterhin viel Vergnügen.

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  • Marcel 24. März 2017 at 7:53

    das ist ja wunderschön da. es freut mich dass Ihr das so schön auf die reihe kriegt.

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  • Mike 24. März 2017 at 23:05

    Wow! Ihr habts wirklich schön – geniesst es! Bei uns kommt nun langsam der Frühling 🙂

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    • André Maurer 25. März 2017 at 0:43

      ja wir geniessen jeden Tag. Schön dass es bei euch auch wieder wärmer wird (bei uns ist ja fast immer Flip-Flop-Wetter – Ich habe schon bald meine 2. Paar Flip-Flops durchgelaufen 🙂 )

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