Inselhopping nach Malaysia

Wir haben unsere zwei Tage auf Ko Mook genossen. Die Insel ist recht klein, es gab Touristen aber es war nicht überloffen. Der eine Strand sah schon bei der Anfahrt paradiesisch aus mit Palmen und weissem Sand, der sich dann sehr fein anfühlte, als wir barfuss darauf spazierten. Nur der Abfall machte mich nachdenklich. Unser neues Hobby ist es, Abfall zu sammeln. Als Kind sammelt man noch Muscheln, und Mitte 30 dann Müll. Oder gibt es heute einfach unmengen mehr davon als früher? Hat mich das Tauchen auf das Problem aufmerksam gemacht (kaum ein Tauchgang vergeht, an dem man nicht einen Plastiksack aus dem Meer fischt). Bei den Häusern der Einheimischen lag massenweise Abfall herum. Niemand scheint den von hier weg zu schaffen. Ist es fehlende Ausbildung, fehlendes Geld oder beides? Es verwundert mich nicht, dass zwei Schweizer 2003 auf der nahegelegenen Insel Ko Lipe die Organisation Trash Hero gegründet haben, die mittlerweile weltweit regelmässig Abfall einsammelt und entsorgt und in Schulen darauf aufmerksam macht.

Wir waren auch mit dem Kajak unterwegs. Es gibt eine versteckte Bucht, die nur durch eine Höhle erreichbar ist. Mit Stirnlampe machten wir uns also auf den Weg und fanden die Smaragdgrotte, wo früher Piraten ihre Schätze versteckten. Wir fühlten uns wie kleine Kinder, nur haben wir keinen Schatz gefunden.

Als wir für diesen Ausflug die Stirnlampe aus den Tiefen unseres Gepäcks holten kam der Schreck: sie war weg! Stattdessen war da eine andere. Wir hatten extra eine USB-aufladbare gekauft, die sehr klein und hell war. Und nun war da stattdessen eine grössere, batteriebetriebene, die weniger hell leuchtet. Wir wissen nicht, was genau passiert ist, wir können uns nur vorstellen, dass jemand unsere mehr mochte als seine und sie getauscht hat. Wir konnten‘s beide nicht fassen. Da reist du acht Monate durch‘s ‚böse‘ Südamerika, nichts wird dir geklaut, und dann macht irgend ein westlicher Backpacker sowas in einem Hostel? So nach dem Motto ‚Wenn ich sie austausche habe ich sie nicht geklaut‘? Da bleibt uns nur ungläubiges Kopfschütteln…

 

Die Reise ging weiter nach Ko Bulone. Und hier haben wir wirklich das Paradies gefunden. Seit den San Blas-Inseln vor einem Jahr hat es jeder Strand schwer, doch Ko Bulone hat uns sehr gut gefallen. Die Insel ist mit zwei Kilometer Länge wirklich klein. Es hat ein paar Hotels und Homestays, wir haben einen schönen Bungalow gemietet. Das Riff zum Schnorcheln beginnt unmittelbar am wunderschönen Palmenstrand und wir hatten grosse Freude an jeder Nemo-Familie, die wir in den schönen Seeanemonen entdeckt haben. Hier hätten wir ewig bleiben können. Falls ihr eine abgelegene Insel für Erholungsurlaub sucht, auf der rein gar nichts läuft: Ko Bulone! Ich hoffe, ich war nicht zum letzten Mal da.

 

Mit dem Speedboat fuhren wir dann nach Ko Lipe, der letzten Insel vor der Grenze zu Malaysia. Inselhopping ist hier wirklich einfach. In der Trockenzeit fahren Fähren oder Speedboote von Insel zu Insel. Manchmal wird man mit einem traditionellen Longboat am Strand abgeholt und wartet dann ein bischen weiter draussen auf dem Meer, bis die Fähre kommt. Das Gepäck wird umgeladen und dann versucht man mehr oder weniger elgant von Boot zu Boot zu steigen, was je nach Wellengang halt eher weniger elegant aussieht.

Auf Ko Lipe blieben wir wegen schlechten Wettervorhersagen länger als geplant. Wir wollten einen Schnorchelausflug machen aber wenn möglich ohne Regen und Wind. Da die Wettervorhersage aber genau das voraus sagte, blieben wir halt zwei Tage länger auf der Insel und verbrachten diese am Strand. Lustigerweise hat es dann nur an einem Abend gestürmt und geregnet. Wenn es hier regnet, dann aber richtig wie aus Kübeln, man ist innert Sekunden pflotschnass. Der Schnorchelausflug war grandios. Selten haben wir eine solch farbige Korallenvielfalt gesehen.

 

Dann hiess es Abschied nehmen von Thailand, dem Land, das wir gar nicht auf dem Plan hatten, dann einfach nur Dani besuchen wollten und schliesslich über einen Monat bereist haben. Die Leute waren sehr nett, das Essen hervorragend, Herumreisen total einfach, nur hatte es zu viele Touristen.

Eine weitere Fährreise entfernt kamen wir in Langkawi an. Wiedermal erinnerte ich mich an meine Reisebüroausbildung. Ich musste damals die schönsten Badeinseln Malaysia‘s lernen und dachte, das kann ich mir nie merken. Jetzt, 20 Jahre später, weiss ich noch immer, dass Langkawi eine von ihnen war (neben Penang und Pangkor); witzig. Langkawi hat uns überhaupt nicht gefallen. Wir haben einen Scooter gemietet und damit die Insel erkundet. Der Wasserfall, bei dem man auch ein kühlendes Bad nehmen konnte, hat uns am besten gefallen.

 

So sind wir recht zügig nach Georgetown auf Penang weitergereist – die letzte Fährfahrt dieses Inselhoppings. Auch auf Penang haben uns die Strände nicht überzeugt, aber Georgetown war wunderschön. Es ist eine überraschend grosse Stadt, deren alter Teil UNESCO-Welterbe ist. Überall Kolonialbauten und viel Streetart. Engländer gründeten die Stadt 1786 und sie wurde später Hauptort der Kolonie „Strait Settlements“ (Niederlassungen an der Meeresstrasse von Melaka). Sie war lange ein wichtiger Hafen, in dem Gewürze und später Zinn gehandelt wurden. Heute gilt Penang als Silicon Valley Malaysia‘s. Es gibt viele Technologiefirmen und es wird unglaublich viel gebaut ausserhalb Georgetown’s. Die Bevölkerung Malaysia’s ist ein kunterbunter Mix aus Malaien, Chinesen, indigenen Völkern und Inder. Die Moschee steht neben dem Hindu-Tempel und unweit davon findet man einen buddhistischen Tempel. Die Leute sind sehr freundlich. Wir haben den Penang Hill besucht, waren in einem Tempel und sind durch Georgetown‘s Strassen geschlendert.

 

Auch mit einem Skipper haben wir uns getroffen. Wir würden gerne mal ein paar Wochen segeln und Indonesien (unser nächstes Reiseland) bietet sich mit all den vielen Inseln sehr gut an. Nach längerem überlegen, planen und Budget auf den Kopf stellen und vielen Gesprächen kamen wir zum Schluss, dies für den Moment zu lassen. Wegen der Winde ist Segeln im Moment nicht in der Gegend möglich, in die wir sowieso reisen wollen. Wir müssten also die Route ergänzen, was uns dann wieder in die Bredouille mit der Monsunzeit weiter östlich bringt. Lieber haben wir mehr Zeit zum Tauchen in abgelegeneren Gebieten. Ihr seht, auch auf einer flexiblen Weltreise gibt es ab und zu Entscheidungen zu fällen. Damit tun wir uns aber immer etwas schwer.

2 Comments

  • Mirjam 4. März 2018 at 15:43

    Wenn ihr nach Indonesien reist, könnte euch vielleicht das Pulisan Resort gefallen, abgelegen und für Taucher. Ich war nie da, aber eine frühere Schulkollegin führt es. http://pulisanresort.com/de/sie-das-pulisan-resort/

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    • Melanie Maurer 25. März 2018 at 8:50

      Vielen Dank für den Tipp Mirjam. Wir haben vor irgendwann nach Sulawesi zu reisen und werden versuchen, ein Zimmer im Pulisan Resort zu bekommen. Liebe Grüsse aus Sumatra.

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