Kulinarisches aus Malaysia

Das malaysische Essen ist von vielen kulturellen Einflüssen aus Indien, China (insbesondere Hainan), Indonesien oder Thailand geprägt. Man findet auch oftmals klassische Gerichte aus diesen Regionen. Speisen aus einem Mix mit chinesischem und malaysischem Einfluss nennen sich Nonya. Das zeigt wieder einmal, dass die „Fusions-Küche“ überhaupt nichts neues ist. In Malaysia gibt es so viel Streetfood, dass wir nur selten in richtigen Restaurants gegessen haben. Am Abend verwandeln sich ganze Strassen zu grossen Essens-Märkten. Es gibt aber auch festeingerichtete Food-Courts (Fressmeilen), wo Hawker (kleine Essensstände) ihre Spezialitäten anbieten und im Zentrum Tische vorhanden sind. Dieses Streetfood-Essen ist nicht nur sehr günstig, wir liebten es auch verschiedene, eher kleine Portionen von den verschiedenen Ständen zu holen. Sambal kommt in fast jedem Essen vor. Es ist nicht gerade unser Lieblingsgewürz, nicht wegen der Schärfe sondern wegen dem penetranten Geschmack, vor allem nach Fisch. Zu Melanie’s Leiden enthalten auch sehr viele Gerichte Stangensellerie. Mit Penang/Georgetown und Melaka haben wir gerade zwei Orte besucht, welche für das regionale Essen bekannt sind.

Essen

Oh Chien – frittierte Austern-Omelette – Spezialität von Penang – chinesischer Ursprung

Bei uns werden Austern roh und einzeln als teure Delikatesse gegessen. Wir konnten uns daher kaum vorstellen, wie man eine riesige Menge von Austern in eine Omelette verarbeitet kann. OK – die Qualität dieser Austern kommt wohl nicht an eine Fines de claire hin, aber die Kombination ist sehr gut.

Roti Jala – Netzbrot – malaysischer Ursprung

Roti heisst Brot und Jala heisst Netz. Es ist ein Teig aus Mehl und Kokosmilch, der ähnlich wie eine Omelette (jedoch löchrig) gebacken und gerollt wird. Leider enthält er keine Füllung, was ihn geschmacklich etwas langweilig macht. Die dazu servierte Sauce machte das aber wieder wett.

Popiah – frische Frühlingsrollen – chinesischer Ursprung

Die Füllung enthält Salat, Schweinefleisch, Krebs- oder Krevetten-Fleisch, Bambussprossen, Bohnen, Nudeln, Sauce und einiges mehr.

Rojak – Frucht und Gemüsesalat – indonesisch, malaysisch

Ich habe in einem anderen Blog gelesen, dass Rojak ein Fruchtsalat sei und habe ihn das erste Mal mit der schweizerischen Fruchtsalat-Vorstellung als Dessert bestellt. Wenn man diese Vorstellung hat, wird man sicher enttäuscht sein. Rojak bedeutet „gemischt“. Die gemischten Früchte und auch Gemüse werden zerstampft. Bei meiner ersten Erfahrung hatte es auch noch Tofu und frittiertes Fleisch unter gemischt. Das ganze wird mit einer süss-sauer-scharfen Sauce aus Erdnüssen, Palmzucker, Shrimppaste und Chili serviert. Gewöhnungsbedürftig, aber die Varianten ohne Fleisch und Shrimppaste fand ich schon ziemlich gut.

Chee Cheong Fun – gedämpfte Reisnudelrollen – Spezialität aus Penang – südchinesischer Ursprung

Die gedämpften, gerollten Reisnudeln werden mit einer Sauce aus Soya, Hoisin, Shrimppaste und Sesam serviert. Unser Exemplar hatte keine Füllung, es soll sie auch mit Krevetten oder knusprigem Schweinefleisch geben.

Pie Tee – Spezialität aus Melaka – chinesischer Ursprung

Unser Lieblings-Fingerfood-Gericht in Malaysia. Kleine Gebäcke gefüllt mit verschiedenen leckeren, frischen Zutaten wie Radieschen, Krevetten, Eiern, Zwiebeln, Bohnen, Koriander

Dumpling – Teigtaschen – chinesischer Ursprung

Zugegeben, die Teigtaschen sind in ganz Asien sehr verbreitet. Auch auf den Streetfood-Märkten in Malaysia fanden wir viele feine gedämpfte Varianten.

Laksa – Suppe –  Spezialität in ganz Malaysia und Singapur mit verschiedenen Ausprägungen – malaysischer Ursprung

Die Basis ist eine würzige Suppe aus Chili, Reisnudeln, Gemüse und Fisch.

  • Penang Asam Laksa: ist eher süss-sauer und enthält Lattich, Gurken, Ingwer, Tamarinde, Ananas, Minze, Zwiebeln, Shrimppaste und Fisch bzw. Fischkügelchen.
  • vegetarische Laksa: diese klare Laksa (ohne Kokosmilch) ist der Penang Asam Laksa sehr ähnlich, ist aber vegetarisch und hat daher keinen Fischgeschmack. Dies war unsere erste Laksa und wir liebten sie sofort.
  • Curry Laksa / Curry Mee / Laksa Lemak / Nonya Laksa: Cremig-würzig mit Kokosmilch und häufig einem Ei, Fisch oder Fleisch.
Mee Rebus – Nudelsuppe – verbreitet in Indonesien, Malaysia und Singapur

Nudelsuppe mit im Wasser gekochten Eiernudel und einer Schrimpsuppe mit Zwiebeln, Zitronengras, Galangal, Kafir-Limettenblatt, Palmzucker. Als Garnitur kommt ein gekochtes Ei, getrocknete Shrimps, Kartoffeln, Limetten, Frühlingszwiebeln, Sellerie, grüne Chillies, frittierter Tofu, geröstete Zwiebeln und Sprossen dazu.

Char Koay Teow – frittierte flache Reisnudeln – Spezialität von Penang

Mit Soyasauce, Shrimppaste, Krevetten, Muscheln (ohne Schale), Bohnen-Sprossen, Schnittlauch, manchmal mit frittiertem Ei und/oder Schweinebauch.

Mee Goreng – Bami Goreng – Ursprung in Indonesien

Dicke, gebratene Eiernudeln mit einer Sauce aus Chili, Tomaten, Soya. Dazu werden grüne Chilies, Zwiebeln, Kartoffeln, Erbsen, Kabis, Bohnensprossen und Poulet/Rind/Tofu oder Ei hinzugefügt.

Gebratene Ente oder Schweinebauch – Ursprung in China

Von den Fleischgerichten mochten wir am liebsten die langsam, knusprig gebratene Ente oder Schweinebauchstreifen mit Nudeln oder Reis.

Steam Boat – HotPot, Fondue Chinoise – Spezialität von Cameron Highlands – Ursprung in China

Als Sud gibt es eine scharfe Variante oder eine Hühnersuppe. Wir haben einen kombinierten Topf bestellt, was noch mehr Abwechslung bringt.

Dann wird Fisch, Fleisch, Tofu, Gemüse, Eier, Nudeln etc. in den Pot geworfen und nach einigen Minuten rausgenommen. Vor allem, die mitgekochten Nudeln finde ich eine spannende Abwechslung zu unseren Fondue-Chinoise-Beilagen wie Kroketten, Pommes oder Reis.

Nasi Lemak – Spezialität von, und Ursprung in Penang

Nasi bedeutet Reis. Bei Nasi Lemak wird der Reis in Kokosmilch getränkt und danach zwischen Blättern gedämpft. Der Reis wird mit Grukenscheiben, einem gekochten Ei, Erdnüssen, getrockneten Fischen und Sambal serviert. Sambal ist die beliebteste Sauce in Malaysia und wird aus verschiedenen Pfeffersorten, Chili und Garnelenpaste hergestellt. Es kann auch mit Roti (Fladenbrot) oder Fleisch (wie im Bild mit Ayam Percik, einem gewürzten Poulet) ergänzt werden.

Die Malaysier essen dieses Gericht als Frühstück, Mittag- oder Abendessen. Oftmals wird es in Zeitungspapier, welches zu einer Pyramide geformt ist, verkauft und mitgenommen.

Beef Rendang – Rinds-Curry – Urpsrung in Indonesien

Das Fleisch wird lange in Gewürzen (wie z.B. Gewürznelken und Zimt) geschmort.

Nasi Bunga Telang – blau gefärbter Reis – Spezialität von Melaka

Der Reis (=Nasi) erhält seine blaue Farbe durch die Blaue Klitorie (Bunga Telang). Geschmacklich merkt man nicht viel davon, macht sich aber gut zum servieren.

Asam Pedas – Spezialität in Indonesien und Malaysia

Der Fisch wird in einer scharf-sauren Sauce aus Tamarinde-Saft (=asam), Chili und Gewürzen  gebraten. Tomaten, Bohnen, Okra oder Auberginen können beigefügt werden.

Apam Balik – Erdnuss-Pfannkuchen – Ursprung in China

Der Pfannkuchenteig aus Kokosmilch, Wasser, Eier, Zucker, Backpulver wird in Palm-Margerine gebacken. Gefüllt wird er mit diversen Zutaten. Die traditionelle Variante mit zerhackten Erdnüssen, Zucker und püriertem Zuckermais aus der Konservendose scheint uns eine komische Kombination zu sein, ist aber sehr lecker.

Erdbeeren – Spezialität in Cameron Highlands

Im milderen Klima und der höheren Gegend wachsen nicht nur Teepflanzen sondern auch Erdbeeren, und das das ganze Jahr durch – mmmhhh!!!

Durian

Die absolut beliebteste Frucht in Malaysia ist die Durian und das kann ich überhaupt nicht verstehen. Die Frucht stinkt schon von weitem, wird aber in allen möglichen Speisen verarbeitet. Es ist schwierig das in einem Blog, der die Gerüche nicht übermitteln kann, zu beschreiben. Aber es sagt wohl schon einiges, dass in den meisten Hotels Schilder darauf hinweisen, dass das mitbringen von Durian verboten ist. Das gibt es bei uns ja nicht einmal für Käse, und der würde in einem Hotelzimmer auch ziemlich stinken. Ich habe mich dann einmal dazu überwunden zumindest einen Durian-Puff zu probieren. Das ist ein Gebäck, mit flüssigem Durian-Saft in der Mitte. Man muss das ganze Stück in den Mund nehmen, drauf beissen und durchhalten – eine schreckliche Erfahrung.

Ananas-Törtchen – Spezialität von Melaka

Viel lieber sind mir da die Gebäcke aus Melaka. Nach Ananas schmecken sie zwar nicht so stark, aber es ist wie ein gutes Biskuit.

Mille Crepe – Spezialität von Melaka

Mein Lieblingsdessert war ein Kuchen aus vielen sehr dünnen aufeinander geschichteten Crepes mit einer Rahm-Creme dazwischen. Ich bevorzugte natürlich die Schokoladen-Variante.

Cendol – in ganz Südostasien verbreitet

Eher wieder komisch für uns war das Cendol. Es ist ein Dessert mit grünem gelierten Reis in Spaghettiform in Kokosmilch, Palmzucker-Sirup und Mungbohnen mit viel Eis. Das übergrosse künstliche Cendol auf dem Bild musste Melanie zum Glück nicht ausessen.

 

Getränke

Tee

Die Malaysier trinken viel Tee und in den Cameron Highlands pflanzen sie auch eigenen Tee an. In den kühleren Cameron Highlands haben wir warmen Tee genossen, ansonsten oftmals den feinen, selbst gemachten Eistee.

Muskatnuss-Saft

Es brauchte eine Weile, bis wir uns überwunden haben, dieses Getränk das erste Mal zu bestellen. Inzwischen bereue ich es, dass ich es nicht öfters geniessen konnte. Es wird aus der Frucht gemacht, welche die Muskatnuss umgibt. Diese wird ausgepresst aber auch kandiert. Zusammen mit Sirup und chinesischer Sauerpflaume serviert. Passt meines Erachtens perfekt zum Essen und hat sehr viel Umami.

Lycheesaft

Auch das ein Saft, den man bei uns wenig kennt. In Malaysia findet man ihn in den meisten Restaurants. Serviert wird der Saft mit eingelegten oder frischen Lychees im Glas.

100 Plus

Das Isostar der Malaysier. Und da sie kaum Redbull kennen, wird es von den Jugendlichen getrunken wie bei uns Redbull.

Milo

Nestlé hat hier (und in Australien, Neuseeland, Thailand und Südafrika) eine Schoggi-Malz-Drink lanciert, der hier beliebter ist als die Ovomaltine in der Schweiz. Er wird nicht nur zum Frühstück sondern auch zum Mittag zu vielen malaysischen Gerichten getrunken. Es gibt ihn als Milchdrink oder mit Wasser angemacht. Sogar in Dosen. Neben dem Getränk gibt es auch Milo-Glacen etc. Das wässrige Getränk aus der Dose mochte ich überhaupt nicht. Die Schoggi-Milch war gut.

Anchor Bier

Natürlich spielt Alkohol in einem muslimischen Land wie Malaysia eine untergeordnete Rolle. Daher gibt es auch nur eine Biermarke in Malaysia und diese gehört zudem Heineken und ist nach europäischer Tradition gebraut.

 

 

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