Stadt – Land – Meer

Nach so viel Insel hüpfen, waren wir gespannt auf eine Abwechslung in den Cameron Highlands. Seit langem reisten wir wieder einmal mit dem Bus, statt mit der Fähre. Wir wurden schon in Penang darauf hingewiesen, dass es dort kalt sein wird (was auch immer „kalt“ für tropische malaysische Verhältnisse sein kann). Es war dann tatsächlich etwas frischer, so dass wir am Abend auch einmal den Pullover angezogen haben, aber immer noch angenehm zwischen 15 und 23 Grad. Am Wochenende wird der Ort von Touristen, vor allem aus Kuala Lumpur und Singapur, gestürmt. Da wir unter der Woche dort waren, war es relativ ruhig. Wir wanderten durch den Regenwald, stärkten uns nach einer Wanderung mit frischen Erdbeeren direkt von der Farm, genossen die Ausblicke auf die Teefelder bei einer Tasse Tee, machten einen Ausflug zu einer Tee-Produktion und bestaunten Blumen. Schon erstaunlich, dass wir eine Stunde Autofahrt, eine Stunde Wanderung und dasselbe für den Rückweg in Kauf nahmen, bloss um eine Blume zu sehen die nach Aas stinkt. Bloss eine Blume? Natürlich steckte da mehr dahinter: Wir suchten die Blume mit der grössten Blüte, die Rafflesia. Dank Guide und Hinweisen von den Bergbauern fanden wir sie auch. Bis sie blüht dauert es ca. sechs Monate und dann blüht sie für gerade einmal sieben Tage. Die Blüte hat etwa einen Durchmesser von einem Meter und ist sehr eindrücklich.

 

Danach ging es nach Kuala Lumpur. Wir nutzten die Grossstadt auch um einiges zu organisieren (Coiffeur, Einkäufe, Waren nach Hause versenden, Visa-Antrag etc.). Ein Besuch auf den berühmten Petronas-Twin-Towers durfte nicht fehlen. Ich als Rooftop-Fan hatte auch einige Rooftop-Bars rausgeschrieben. Wir blieben bei der ersten hängen und besuchten diese sogar zweimal. Die Heli-Bar ist einfach der Wahnsinn. Am Abend wandelt sich der Helikopter-Landeplatz eines Hochhauses zu einer Bar. Keine riesigen Gitter oder Abschrankungen, dafür eine grandiose 360° Sicht und ein Glas Wein an einem Tischchen auf dem Landeplatz bei angenehmen heissen Temperaturen bis in die Nacht.

 

Wir hatten einige Tage in Kuala Lumpur eingeplant um unser Indonesien-Visa zu organisieren, damit wir genug lange in Indonesien bleiben können. Die Zeit für die Beantragung des Visas benötigten wir dann auch. Es ist schon erstaunlich wie kundenunfreundlich Botschaften sein können. Informationen, was man mitbringen muss, findet man auf der Webseite keine. Also hingehen, Nummer ziehen, warten und dann unfreundlich darauf hingewiesen werden, dass die Bankauszüge fehlen. OK, wir gingen in ein Kaffee mit WLAN organisierten die Bankauszüge und gingen zurück. 12:50 – Sorry wir haben Mittagspause. OK, eine Stunde warten. Danach erneut Zettel ziehen, warten, am Schalter unfreundlich darauf hingewiesen werden, dass aktuell nur bereits beantragte Visas zurück gegeben werden. Wenigstens durften wir warten bis alle ihr Visa abgeholt hatten und könnten dann wieder zum Schalter. Eine andere Person drängt vor und kann den Antrag abgeben. Nun sind wir endlich dran. Dann die unfreundliche Auskunft: Sorry es ist vier Uhr, wir schliessen. Kommt morgen wieder. Zum Glück reisen wir so lange, dann können wir einen verlorenen Tag mit einem Lächeln abhaken. Am nächsten Tag ging zum Glück alles planmässig. Die Bearbeitung dauerte dann vier Arbeitstagen. Während dieser Zeit machten wir einen zweitägigen Ausflug nach Melaka.

Melaka ist ebenfalls ein touristisches Ziel, vor allem von Asiaten. Es erinnerte uns ein wenig an Amsterdam, mit vielen Blumen, einem Kanal auf welchem Schiffe fahren, einigen historischen Gebäuden und Touristen, welche sich mit den bunt geschmückten Seitenwagen-Velos durch die Strassen chauffieren lassen oder einfach durch die Gassen mit alten Kolonialgebäuden schlendern. Am Wochenende verwandelt sich die Hauptstrasse zu einem grossen Markt, wo alles mögliche verkauft wird. Wir waren vor allem auf der Suche nach leckeren Esswaren, denn nach Georgetown gehört auch Melaka zu einem Gourmet-Mekka.

 

Mit dem Visa in der Hand ging es nach Indonesien. Ganz im Norden von Sumatra, auf der vorgelagerten Insel Pulau Weh starteten wir unser Indonesien-Abenteuer. Auf dieser Insel befindet sich auch der Kilometer 0 von Indonesien. Die Insel hat etwas 20 km Durchmesser, optimal um mit dem gemieteten Scooter die nicht allzu touristische Insel zu erkunden. Die Bevölkerung ist sehr nett und die Insel super schön grün. Die Strände sind allerdings nicht ganz so schön wie wir sie erwarteten. Es wäre sowieso schwierig gewesen, ausserhalb unseres Resorts zu baden, denn dieses Gebiet ist streng muslimisch und Melanie hätte nicht im Badekleid oder Bikini baden dürfen. Vielleicht sind wir einfach zu verwöhnt. Wir gingen auch wieder einmal tauchen und konnten erste Erfahrungen mit unsere neu angeschafften GoPro machen. Leider hat Melanie am letzten Tag ihr iPhone verloren. Wir sind die Strecke wo sie es womöglich verloren hatte, noch zweimal abgefahren. Vergebens. Vielleicht schafft ja nun ein Affe die nächsten Level im Spiel TwoDots.

 

 

 

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