Mit Freunden auf Java

Yogyakarta war einer der Orte, wo wir länger verweilten als angenommen. Aus geplanten drei Tagen wurden zehn. Es war nicht unbedingt die Stadt selber, welche uns zu diesem längeren Aufenthalt bewogen hat. Das in der Umgangssprache liebevoll genannte Yogya [ɡ] hat zwar schöne Orte wie zum Beispiel das Wasserschloss, aber nichts überwältigendes. Trotz des langen Aufenthaltes haben wir nicht alle Sehenswürdigkeit besucht. Es waren vielmehr die Personen in der Unterkunft JAWAJIWA, die für diesen langen Aufenthalt verantwortlich waren. Sie machten es aus, dass wir uns schon nach wenigen Tagen ein bisschen wie zu Hause fühlten. Das Schild „Komm als Gast, verweile wie die Lokalen, gehe als Freund“ bringt es auf den Punkt und wenn man so lange unterwegs ist wie wir, freut man sich, wenn man sich irgendwo in der Fremde doch wie zu Hause fühlt. Resa (Inhaber), Louisa (Partnerin von Resa) und Thommy (Freund und Angestellter) versorgten uns mit Informationen nahmen uns mit anderen Gästen zum gemeinsamen Nachtessen oder zu einem Ausflug zum Wasserfall mit und organisierten Massagen und einen Kochkurs. Wir gingen mit Haushälterin des Hostels auf den Markt, kauften alle Zutaten und kochten vier lokale Spezialitäten. Es war dann schon fast die Ironie des Schicksals, dass wir vergassen den Reis zu kochen (die Indonesier essen mindestens zwei Reisgerichte pro Tag). Wir teilten die Unterkunft mit den Haustieren Boris (Eule) und den Katzen. Mussolini war unsere Lieblingskatze welche auch mal Nachts das Fenster öffnen konnte und uns im Zimmer besuchte. Auch nutzten wir die praktischen Vorzüge einer Stadt und kauften ein neues iPhone für Melanie (die Affen auf Sumatra haben ihr verlorenes iPhone wohl doch nicht gefunden oder wussten es nicht zu bedienen) und füllten die Speicher im Starbucks mit Musik, Netflixfilmen und Büchern für die bevorstehende Zeit auf abgelegenen Inseln auf Raja Ampat. In der Unterkunft trafen wir auch auf Meli und Roni aus der Schweiz. Wir verstanden uns auf Anhieb super und unternahmen mit dem Scooter gemeinsame Ausflüge zu den spannenden und schönen Tempelanlagen Brobodur, Prambanan und Plaosan.

 

Als uns dann Resa und Louisa fragten, ob wir sie zu nach Karimun Jawa begleiten wollen, war das keine Frage, schliesslich hatte ich schon einmal auf einem Blog von diesem Geheimtipp gelesen. Umso klarer war der Entscheid, als auch Roni und Meli mitkamen. Mit einem privaten Nachtbus und der Fähre kamen wir auf die abgelegene Inselgruppe vor Java. Die drei Tage auf der Insel verbrachten wir vor allem am Strand und im Wasser beim Schnorcheln. Wir konnten uns an der Korallenvielfalt und den vielen Nemos kaum satt sehen. Wir schätzten es natürlich auch mit Resa einen Indonesier dabei zu haben, der vieles und viele kennt und die Sprache beherrscht. Das sparte uns das manchmal etwas anstrengende Verhandeln.

 

Nach diesen Tagen mussten wir uns von Resa und Louisa verabschieden, welche wieder zurück nach Yogya mussten. Die Zeit mit ihnen war super. Mit den Meli und Roni ging es mit dem Zug nach Malang. Die lange Zugfahrt die ganze Nacht durch verkürzten wir mit einem Jass. Nachts um drei Uhr kamen wir an. Dann verabschiedeten wir uns auch von ihnen, denn sie mussten in Malang das Visum verlängern und wir wollten den Gunung Bromo (Vulkan) von Cemoro Lawang aus besuchen. So machten wir uns nach einer kurzen Nacht mit einem Fahrer auf den Weg. Auf der Karte sieht der Weg dorthin so einfach aus, aber es zog sich dahin und wir hatten das Gefühl, dass der Fahrer die Strecke noch nie gefahren ist und einen ziemlichen Umweg machte. Als dann bereits bei stockdunkler Nacht die Strasse endete und wir mit dem normalen PW über den sandigen Kraterboden fahren sollten, wurde es auch dem Fahrer unangenehm und er telefonierte um Rat zu holen. Schlussendlich waren wir froh, wurden wir mit einer Töffeskorte (Kollegen des Fahrers) über die Sandwüste gelotst. Am nächsten Tag besuchten wir den Kraterrand des Vulkanes zu Fuss. Es ist sehr eindrücklich, wie das Wasser im Krater vor sich hin blubbert und man vom Krater eine tolle Aussicht auf die Karge umliegende Vulkanlandschaft hat. Eine Tolle Überraschung war, dass wir am Abend Meli und Roni schon wieder antrafen. Sie sind mit dem Töff hergefahren und haben kurzerhand entschieden, ebenfalls in Cemoro Lawang zu übernachten. So machten wir uns wieder mitten in der Nacht mit ihnen auf, um den Sonnenaufgang von dem Aussichtspunkt zu sehen. Auf Grund der Höhe (2’770 m.ü.M) und den frühen Morgenstunden konnten wir wieder einmal unsere warmen Kleider aus dem Rucksack hervor holen. Wir haben schon spektakulärere Sonnenaufgänge gesehen. Aber die Aussicht auf die Landschaft mit den vielen Vulkanen war sehr beeindruckend. Danach mussten wir ein weiteres Mal von Roni und Meli verabschieden. Wir hoffen, wir treffen sie wieder. Übrigens rauchen in Indonesien nicht nur die Vulkane, sondern auch die meisten Männer. Überall wird geraucht, in Restaurants, im Einkaufsladen, im Restaurant, im Bus… Das erstaunt nicht, wenn die Zigaretten so günstig sind und sogar Werbung erlaubt ist, die einem vom aufhören des Rauchens abhalten will.

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