Itchy Feet auf Umwegen

Was nach Raja Ampat kam, haben wir sehr kurzfristig, erst nach dem Liveaboard entschieden. Visumverlängerung in Sorong (aus bestimmtem Grund auch „SoWrong“ genannt) haben wir schnell ausgeschlossen. Zur Auswahl stand noch Ambon mit den Banda-Inseln oder Sulawesi. Wir entschieden uns für Sulawesi und buchten kurzerhand einen Flug nach Manado und ein Boot auf die Bunaken. Auf dieser kleinen Insel haben wir drei Nächte in einem Resort bei Tom (einem Schweizer) verbracht. Auf die Bunaken geht man ebenfalls vor allem wegen dem Tauchen und so tauchten wir drei Tage nach dem letzten Tauchgang auf dem Liveaboard schon wieder ein. Nach Raja Ampat hat es wohl jedes Tauchgebiet schwer. Die Bunaken haben aber ganz andere Tauch-Sehenswürdigkeiten. Die steilen Riffwände, bei denen die Tiefe trotz guter Sicht nicht erkennbar ist, mit den schönen Korallen übersäht, waren sehr eindrücklich. Dazu kommen die vielen Schildkröten, welche sich überall in der Wand ausruhen und natürlich viele andere Fische und Meeresbewohner.

 

Der Plan danach war, über die Togian-Inseln, bei den Torajas vorbei bis nach Makassar im Süden von Sulawesi zu reisen. Unglaublich aber schon bald sind 60 Tagen Indonesien um und wir müssen unser Visum verlängern. Wir planten das in Gorontalo zu machen. Da noch das Wochenende dazwischen lag, machten wir noch einen Abstecher in den Tangkoko-Nationalpark. Dort war wieder einmal eine Dschungeltour angesagt. Wir sahen viele Makaken-Affen, Tarsier, die mit ihren riesigen Augen, spitzigen Ohren und kleinen Körper wie Gremlins aussehen und bunte Vögel wie zum Beispiel der Kingfisher und Hornbills. Der Weiterflug von Manado nach Gorontalo war schon gebucht. Wir entschieden uns den öffentlichen Bus bis zum Flughafen zu nehmen. Da aber Sonntag war, fuhr der Bus erst nach der Kirche, was für uns zu spät gewesen wäre. Zum Glück fanden wir einen privaten Fahrer der uns in zwei Stunden nach Manado fuhr.

 

Das Wetter auf Sulawesi war schon die ganze Zeit durchzogen. Immer wieder regnete es. Wie uns die Lokalen sagen, kann seit etwa drei Jahren nicht mehr wirklich zwischen Regen- und Trockenzeit unterschieden werden. Das Klima spielt auch hier verrückt. So war auch der Anflug nach Gorontalo von heftigen Regenfällen begleitet. Unser Pilot startete einmal durch und drehte einige Zusatzrunden bis er die Landung wagte. Diese war hart aber sicher. Anders so beim Flug von Lion Air, welcher zehn Minuten nach uns zu landen versuchte. Während wir durch den strömenden Regen über das überflutete Rollfeld zum Gebäude liefen, strauchelte das Flugzeug von Lion Air und das vordere Fahrwerk brach ab. Zum Glück wurde niemand verletzt.

In Gorontalo hatten wir seit langem wieder einmal ein AirBnB gebucht. Es war spannend zu sehen, in welch einfachen Verhältnissen eine mittelständische Familie wohnt. Mobiliar war praktisch inexistent (bis auf unser Bett), das Bad bestand aus dem Plumpsklo mit einem Eimer Wasser der zum spülen und sich zu waschen bereit stand und eine Kakerlake huschte schon nach wenigen Minuten in meine Schuhe. Die Gastgeber waren aber sehr freundlich und hilfsbereit. In Zukunft werden wir trotzdem wieder Hostels und Hotels buchen.

 

Die Fähre von Gorontalo zu den Togian-Inseln fährt bis Mitte Mai wegen Wartungsarbeiten nicht. Deshalb wollten wir die Fähre aus einem Nachbarort nehmen, welche aber nur zweimal pro Woche fährt. Das Visum konnten wir wegen einem Feiertag nicht wie gewünscht innert drei Tagen verlängern und hätten somit auch die Fähre verpasst. Es drohte, dass wir eine ganze Woche in Gorontalo verbringen mussten. Gorontalo ist aber überhaupt nichts sehenswertes. Diese umstände zusammen mit der schmuddeligen Unterkunft und dem schlechten Wetter brachte unsere Stimmung auf einen Tiefpunkt. Aber wie ich es ja aus dem Projektleben kenne, sind Pläne ja zum Ändern da. Also wollten wir mit dem Flugzeug weiter reisen. Nur war da blöderweise dieser Lion-Air-Unfall, welcher den Flughafen für (voraussichtlich) drei Tage stilllegte. Tom hat uns für den Hinweg abgeraten, die Reise mit dem Bus zu machen. Trotzdem sitzen wir 20 Stunden, nachdem wir Manado mit dem Flugzeug verlassen haben, zu siebt eingepfercht in einem geteilten privaten Auto und fahren die Strecke in Umgekehrter Richtung. Ich weiss nun weshalb uns Tom abgeraten hat, die „nur“ 400 km

auf dem Landweg zu machen. Wir benötigten zwölf Stunden und kamen morgens um halb drei in Manado an. Teilweise war die Sicht wegen des starken Regens auf unter 50 Meter gesunken. Als ich endlich mal eingeschlafen bin, wurde ich durch ein starkes Bremsmanöver geweckt. Das erste was ich sah, als ich die Augen aufriss, waren die Hörner einer Kuh, auf welche wir direkt zusteuerten. Zum Glück konnten wir noch ausweichen. Ich bin mir nicht mehr sicher welche Verkehrsmittel sicherer sind: Eine Autofahrt über Landstrassen oder ein Flug mit Lion Air. Das Positive an all diesen Umständen ist, dass wir die Autofahrt zusammen mit Andy erleben durften. Andy haben wir auf dem Liveaboard kennen gelernt. Nach der kurzen Nacht sitze ich nun um neu Uhr morgens schon wieder im Flugzeug (ja es ist von Lion Air). Wir haben den Plan so geändert, dass wir nach einer Woche Sulawesi (vorerst) verlassen und doch nach Ambon fliegen um dort unser Visum zu verlängern und auf die Banda-Inseln zu gelangen. Der Abstecher nach Gorontalo war der unsinnigste auf unserer ganzen Reise – hoffen wir, dass es dabei bleibt.

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P.S. unsere zurückgelegte Strecke findet ihr übrigens immer unter dem Menu „unsere Reise„.

 

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