Das unbekannte Indonesien

Selbst bei den Indonesiern und den indonesienerfahrenen Reisenden ist Wakatobi meist unbekannt. Das reizte uns noch mehr die Inselgruppe südlich von Sulawesi zu entdecken. Wenn jemand Wakatobi kennt, dann wegen dem Wakatobi-Dive-Resort. Das Luxus-Resort mit eigenem Flughafen, eigenem Liveaboard und Preisen von mehr als tausend Franken pro Nacht liegt natürlich weit über unserem Backpacker-Budget. Zum Glück gibt es auch noch einfachere und ursprünglichere Unterkünfte auf Wakatobi.

Von Ambon flogen wir nach Baubau um dort mit der Nachtfähre nach Wangiwangi zu fahren. Wakatobi steht übrigens für die vier Hauptinseln Wangiwangi, Kaledupa, Tomia und Binongko. Bereits fünf Stunden vor der geplanten Abfahrt standen wir am Hafen um die Tickets zu kaufen. Dann hiess es, die Fähre fahre heute nicht. Wir benötigten einige Zeit bis wir jemanden gefunden haben, der Englisch spricht. Dieser Herr wusste sogar, dass heute noch eine andere Fähre nach Wakatobi fährt, aber bereits um 19:00 Uhr und zudem von einem anderen Hafen. Oje und es war bereits Zehn nach Sieben. Er rief das Schiff an um es aufzuhalten und wir sprangen mit Vollgepäck auf ein Ojek (Töfflitaxi) um an den anderen Hafen zu kommen. In letzter Minute sprangen wir auf das Boot. Erst als wir losgefahren sind hatten wir richtig Zeit zum überlegen. Weshalb fährt das andere Schiff nicht? Ist es wegen der schlechten Wettervorhersage? Ob diese alte hölzerne Fähre, auf der wir uns nun befinden, genug sicher ist? Rettungsboote oder Schwimmwesten gab es natürlich keine. Die einheimischen schienen jedoch unbekümmert zu sein und spielten bis tief in die Nacht Karaoke. Wir hatten eine überraschend gute und ruhige Nacht, bis wir am Morgen früh vom Hahn, welcher unter anderem im Gepäck steckte, geweckt wurden. Wir sind auf Kaledupa angekommen. Mit einem kleinen Wassertaxi kamen wir auf die nahegelegen kleine Insel Hoga.

 

Wir hatten geplant drei Tage dort zu bleiben und blieben schlussendlich sechs Tage. Hoga ist ein Paradies. Die Insel mit drei Kilometer Durchmesser beheimatet ein kleines Fischerdorf mit kaum mehr als hundert Bewohnern. Zudem gibt es einige verlassene Hütten, welche im Juni jeweils von jugendlichen Forschern benützt werden, einem Tauchresort, das aktuell noch geschlossen war und dem kleinen Hoga Island Resort, welches von einer Holländerin geführt wird. In letzterem verbrachten wir unseren Aufenthalt. Strom und fliessend Wasser gibt es auf der Insel nicht, dafür wunderschöne Sandstrände mit Palmen und ein Riff. Schon zum schnorcheln war dieses ein Traum: klares Wasser, gesunde Korallen in grosser Vielfalt und viele Fische, die für ihre Spezie hier überdurchschnittlich gross sind. Sogar Tauchen war möglich, was wir natürlich nutzten und genossen. 

 

 

Auf einem weiteren Tagesausflug besuchten wir ein Bajo-Dorf. Dort lebt die Bevölkerung in Häusern, welche auf dem Wasser gebaut sind. Das Leben dort ist sehr einfach und man lebt überwiegend vom Fischfang. Für den Speer-Fischfang verwenden sie selber gemachte, aus Holz geschnitzte Tauchbrillen. 

 

Leider wurden unsere Badekleider, Tauchbrillen und Jogginghose während einer Nacht von der Veranda geklaut. Ok, die Bevölkerung dort ist arm und mit unseren Tauchbrillen geht das Fischen bestimmt einfacher als mit den hölzernen, trotzdem ist es ärgerlich. Gerade weil wir schon seit Wochen auf der Suche nach eine neuen Bikini sind. In einem muslimischen Land, eine fast unmögliche Aufgabe. Trotz dieses Ereignisses verlassen wir Wakatobi mit tollen Erinnerungen.

2 Comments

  • Bruno 23. Mai 2018 at 19:10

    Wou, super schöne Fotos

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    • Melanie Maurer 29. Mai 2018 at 15:09

      Danke Bruno 😉

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