Indonesien? – Nein Bali!

Der Streit eines Päärchen am Flughafen, ob sie nun nach Indonesien oder Bali in die Ferien gehen, ist ziemlich symptomatisch für Bali. Bali ist so anders als der Rest von Indonesien.

 

Der Duft der Räucherstäbchen wie auch die hinduistischen Tempel, Denkmäler und Bräuche erinnerten uns mehr an Indien, als an das muslimische Indonesien. Auch der Muezzin weckte uns für einmal nicht morgens um halb fünf. Während wir im restlichen Indonesien kaum Touristen angetroffen hatten, wimmelt es in Bali nur so von Australiern und anderen ausländischen Besuchern. Dafür sind wir für die Einheimischen natürlich auch keine Attraktion mehr. Wir vermissten das „Hello mister“ und die Selfies schon ein wenig. Bei der grossen Auswahl an internationalen Restaurants gönnten wir uns zu Abwechslung Pizza, Pasta, Steak und Pain au Chocolat. Auch das Problem, dass wir kein Bikini für Melanie fanden, löste sich in Nichts auf. Auf Bali fanden wir all die Surfermarken-shops welche sich alle paar Kilometer wiederholten. Wir hatten fast eine zu grosse Auswahl um unsere gestohlenen Badekleider zu ersetzen. Natürlich sind die Preise auch einiges höher als im restlichen Indonesien. Ubud, das gemäss Blogs und Reiseführer ursprünglicher sein sollte ist genau so touristisch und „hippster“. Trotz oder eben dank diesen Unterschieden genossen wir die Bali. Ich nahm eine Surflektion, im Landesinnern bewunderten wir die grünen Reis-Terassen durch welche ich auch wieder einmal rennen ging und mit dem Scooter düsten wir über die guten Strassen, bis ich ihn beim Wenden in einem Reisfeld versenkte. Melanie gönnte sich eine balinesische Massage und konnte den Luwak-Kaffee geniessen (das ist der, der zuerst durch die Katze geht) und in einem Kochkurs lernten wir ursprüngliche Balinesische Rezepte zu kochen. Abends genossen wir ab und zu einen Apéro am Strand und ein feines Essen in einem guten Restaurant.

 

Von Bali ging es per Boot auf die nahegelegene Insel Nusa Lembongan. Hier fokussierten wir uns so auf das Tauchen, so dass wir gar keine anderen Fotos gemacht hatten. Die Unterwasserwelt war auch hier wunderbar und als weiteren Höhepunkt trafen wir zum ersten Mal auf Manta Rays. Diese Tiere sind so faszinierend: es sieht aus, als ob sie mit ihren riesigen Flügeln und den langsamen Schwingbewegungen durch das Wasser fliegen. Seit über einem Jahr reisen wir nun 7x24h zusammen. Das letzte Mal als wir mehr als vier Stunden getrennt waren, war während unserem Spanisch-Sprachkurs zu Beginn der Reise. Dies änderte sich nun, da ich unbedingt auf den Vulkan Rinjani steigen wollte und Melanie sich das nicht zutraute. Sie blieb daher eine Woche länger in Lembongan und zertifizierte sich erfolgreich zum Rescue Diver – herzliche Gratulation. 

 

Ich hingegen machte mich mit dem holländischen Päärchen Stephan und Tamara auf zum Rinjani. Mit dem Boot mussten wir zuerst auf die grosse Insel Lombok reisen. Dort trafen wir unseren Guide Henry und die drei Porter, welche die Zelte und das Essen für die nächsten drei Tage für uns trugen. Sie machten das mit Körben an Bambusstöcken, welche sie über die Schultern legten und dann Barfuss oder mit Flip Flops den Berg hoch und runter sprinteten – allerhöchste Achtung was die leisten. Am ersten Tag wanderten wir in sieben Stunden und 2’000 Höhenmeter bis zur Kraterkante. Die Porter hatten bereits unsere Zelte aufgestellt – an bester Position mit Sicht über den Kratersee. Die nächste Nacht war kurz, denn bereits kurz nach zwei Uhr in der Nacht ging es los zum Gipfel. Mit Stirnlampen und warmen Kleidern ausgerüstet erklommen wir den nochmals 1’000 Meter höher gelegenen Gipfel in den geplanten drei Stunden und waren pünktlich zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel. Der Aufstieg war wirklich hart, er war sehr steil und der Untergrund bestand aus losem Geröll, so dass man nach einem Schritt aufwärts, gleich wieder einen halben Schritt rückwärts rutschte. Aber die Aussicht auf den riesigen Krater mit Kratersee, das Meer und die umliegenden Inseln bei Sonnenaufgang entschädigte für alles. Während, das Basecamp noch mit Touristen überfüllt  war, hatten wir auf dem Gipfel einigermassen Platz. Einige hatten den Aufstieg zum Gipfel wohl ganz ausgelassen, während dem Aufstieg abgebrochen oder waren, wie wir beim Abstieg bemerkten, immer noch am Aufstieg. Nach dem Frühstück im Basecamp ging es zum Kratersee runter wo wir unsere strapazierten Muskeln bei einem Bad in einer heissen Quelle erholen durften. Dies war auch notwendig, denn der Tag war noch nicht fertig. Erst nach Sonnenuntergang erreichten wir die andere Kraterkante nach insgesamt 14 Stunden wandern an diesem Tag. Am letzten Tag folgte noch der Abstieg der 2’000 Höhenmeter, jedoch auf einem anderen Weg durch den Regenwald. Es ist eindrücklich wie man zu Fuss in so kurzer Zeit so viele Klimazonen und Landschaften durchlaufen kann. Am Nachmittag wurden wir noch in den Süden von Lombok, nach Kuta transportiert, wo wir uns die verdiente Pizza, Coca-Cola und ein Bier gönnten.

 

Melanie reiste zwei Tage später ebenfalls nach Kuta. Kuta ist ein Surfer-Ort der mitten im touristischen Aufschwung steht. Die Küste ist mit einem modernen Strassennetz erschlossen und die ersten grossen Ressorts sind im Bau. Wir fieberten mit der Schweizer Nati mit und holten den Schlaf nach (der Match fand bei uns zwischen zwei und vier Uhr in der Nacht statt). Wir mochten den Ort und für Surfer scheinen die Wellen super zu sein. Für unseren Geschmack fehlten an den Stränden die Palmen – ja ich weiss, wir sind zu verwöhnt nach all den schönen Stränden im restlichen Indonesien und in Thailand. 

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