Komodo und Flores – unter und über Wasser

Eigentlich suchte ich nur nach einem gut bewerteten Boot für die Überfahrt von Lombok nach Komodo, damit wir dort noch ein paar Tauchgänge machen könnten. Da stiess ich online auf das Liveaboard „Lambo“. In acht Tagen von Gili Air nach Labuan Bajo inklusive Komodo Nationalpark. Ich brauchte meine Controllerin nicht lange zu überzeugen. Auch wenn es unser Budget wieder etwas strapaziert, aber ein letztes mal auf unserer Weltreise das Leben auf dem Schiff geniessen, täglich einige Tauchgänge geniessen und dazwischen auf dem Deck relaxen und einige Landgänge machen. Das ganze auf einem kleinen traditionellen Schiff, ähnlich wie wir es in Raja Ampat hatten.

Da das Boot von Gili Air aus startete, reisten wir doch noch auf eine der berühmten drei Gili’s, die wirklich klein aber ähnlich touristisch, überfüllt wie Bali, sind. Am nächsten Tag konnten wir auf das Boot und lernten die acht anderen Touristen sowie die Crew kennen. Wir hatten Glück und hatten wieder super tolle Leute auf dem Boot. Bereits am zweiten Tag, noch ausserhalb des Komodo-Nationalparks durften wir einen unserer schönsten Tauchgänge machen: Das Bubble-Reef! Dies heisst so, da der Vulkan Sangeang unter Wasser Luftblatern blubbern lässt – ein Jaccuzi für Taucher. Es waren aber nicht die „Bubbles“, welche diesen Tauchgang besonders machten, sondern die schwarzen Lavafelsen, welche den Softkorallen und Reef-Fischen im Kontrast noch buntere Farben verliehen. Leider bockte die GoPro gerade bei diesem Tauchgang, so dass es keine Bilder von diesem Tauchplatz gibt. Das ist aber nur halb so schlimm, denn fast jeder weitere Tauchgang hatte seine Höhepunkte. Von kleinsten Unterwasserlebewesen bis zu den grossen Mantas und Haien. Einem grauen Riffhai durften wir sogar bei der Zahnpflege zuschauen. Ein kleiner Putzfisch schwamm mutig in das geöffnete Maul des Hai und putzte dieses vor unseren Augen. Bei Landgängen konnten wir mit einem Seil über einen Wasserfall schwingen, den Sonnenuntergang über einer Bucht geniessen und natürlich die riesigen Komodo-Warane bestaunen. Auch Melanie’s Geburtstag feierten wir auf dem Boot, inklusive Tauchen, Wein und Geburtstagskuchen. 

 

Nach dem Liveaboard mussten wir uns wieder einmal entscheiden ob wir direkt nach Bali oder doch noch Flores durchqueren wollten. Viel Zeit bleibt uns ja in Indonesien nicht mehr, da wir den Flug nach Japan bereits für den 7. Juli gebucht hatten. Wir entschieden uns für Bali und durchquerten dann doch Flores. Dies da am Tag des gebuchten Fluges, der Vulkan Agung auf Bali ausbrach und den Flugverkehr stilllegte. Wir überliessen die gut ausgebuchten Flüge am Folgetag den Touristen, welche einen Anschlussflug erreichen mussten und machten uns auf den Weg durch Flores. Es war eine der schnelleren Durchquerungen mit zwei Reisetagen und zwei Tagesausflügen. Die Reise machten wir in kleinen öffentlichen Busen oder mit einem Taxi das wir mit Einheimischen teilten. Diese sind sich Autofahrten über die kurvigen Passstrassen alles andere als gewöhnt – so kotzte eine Dame im mittleren Alter während sechs Stunden Autofahrt praktisch nonstop. Leider schaffte sie es nicht immer den Kopf zum Fenster raus zu strecken was dazu führte, dass der Fahrer ab und zu das Auto reinigen musste.

Der erste Tagesauflug führte uns von Bajawa mit einem Scooter zu einem traditionellen Dorf. Danach genossen wir ein Bad in einer heissen Quelle. Das konnten wir gut vertragen, denn im hügeligen Hinterland war es merklich kühler – oder sind wir einfach nicht mehr gemacht für Temperaturen unter zwanzig Grad?

Beim zweiten Ausflug machten wir uns in der Nacht auf den Weg zu den drei Kraterseen des Vulkans Kelimutu, welche alle verschiedene Farben haben sollten. Dies ist im Konjunktiv geschrieben, da wir für einmal kein Wetterglück hatten. Wir harrten zwei Stunden im Nebel und Kälte aus und der Nebel lichtete sich nur für einige Minuten ein wenig.

In Maumere genossen wir noch ein letztes Mal „Promi-Status“ mit vielen „Hello Mister“, zuwinken und angestarrt werden. Mit dem Ojek (Motorrad-Taxi) ging es zum Flughafen, von wo wir per Flugzeug zurück nach Bali flogen und noch einige Tage Strand und Meer genossen. Nach 113 Tagen heisst es auf wiedersehen Indonesien. Du hast uns begeistert mit abwechslungsreichen Inseln, Weltklasse Tauchen, wundervollen Menschen und gutem Essen – wir werden dich vermissen.

1 Comment

  • Roger Landolt 6. Juli 2018 at 16:40

    Ich kriege massives Fernweh bei diesen Bildern!!!

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