Kulinarisches aus Usbekistan

Bei der Vorbereitung auf Usbekistan traf ich oft auf den Satz „wegen dem Essen muss man nicht gehen“ und dachte „oh nein bitte nicht schon wieder!“. Vielleicht hatte es Usbekistan auch einfach, da wir nach der Mongolei auf dem kulinarischen Tiefpunkt unserer Weltreise angekommen waren, aber das Essen in war wirklich gut: Frisches Obst, Gemüse, Kräuter, selbstgemachte Teigwaren, grilliertes Fleisch und jede Menge Brot. Beim Fleisch dominierte sogar das Rindfleisch. Nur wer Dill und Zwiebeln nicht mag, hat in Usbekistan wohl ein Problem. Wir mögen beides, auch wenn diese Menge an Zwiebeln bei uns ab und zu Blähungen auslöste. Eine typische Mahlzeit besteht aus Vorspeise, Suppe und Hauptgang. Meistens hat man dann eh genug und braucht kein Dessert mehr.

Vorspeisen

Salate findet man in grosser Auswahl und in jedem Restaurant. Der bekannteste und sowohl auch unser Favorit ist der Achichuk, ein Tomatensalat mit Gurken, Zwiebeln, Kräutern (Dill, Koriander und/oder Petersilie) und Sonnenblumenöl. Daneben findet man auch Kohl-, Kartoffel-, Randen- oder Rüebli-Salate. Der russisches Salat wird von den Usbeken vor allem zu Neujahr gegessen.

 

Daneben gibt es eine grosse Auswahl an kalten oder warmen Vorspeisen. Beim Gemüse dominieren Tomaten-, Kürbis- und Aubergine-Gerichte. Suzma ist ein leckerer Yoghurt-Dipp mit Gewürzen und Kräutern, der mit Brot oder Gemüse gegessen wird. Somsa, die gefüllten, gebackenen Blätterteigtaschen, mochten wir besonders, am liebsten mit einer exotisch würzigen Rindfleisch- oder Kürbis-Füllung. Diese genossen wir nicht nur als Vorspeise sondern auch als Snack. Die meisten Vorspeisen sind klein genug, dass man einige bestellen kann und dann diese teilt.

 

Suppen

Die bekannteste Suppe ist die Shurpa. Eine Bouillon mit grossen Stücken Kartoffeln, Karotten und Fleisch (Lamm, Rind, Poulet) als Einlage. Die Einlagen werden sofort auf einen separaten mitservierten Teller geschöpft und von dort gegessen. Die Suppe enthält oft Zwiebeln und frische Kräuter wie Dill oder Petersilie. Je nach Region haben wir aber auch andere leckere Suppen wie Kürbis- oder Linsensuppe ausgewählt. Die Chuchvara ist die usbekische Variante von Tortellini in Brodo.

 

Hauptgang

 

Plov (Palov, Osh)

Das Reiseintopfgericht ist wohl das bekannteste und traditionellste usbekische Gericht, auch wenn man Pilau-Reis auch in anderen Ländern kennt. Es gibt unzählige Varianten. Je nach Region und Familienrezept unterscheiden sie sich. Die meisten enthalten Lamm- oder Rind-Fleisch.

Manti

Gefüllte Teigtaschen. Die Füllung besteht meistens aus Fleisch (Rind, Lamm, Pferd), ist manchmal aber auch vegetarisch (z.B. Kürbis). Manchmal werden Mantis auch als Vorspeise bestellt.

Shivit Oshi

Selbst gemachte Dill-Nudeln mit gebratenem Fleisch, Tomaten und Crème fraîche.

Lagman

Ebenfalls selbst gemachte Nudeln mit Rindfleisch-Stücken, Tomaten und manchmal anderem saisonalem Gemüse.

Sashlik / Kebab

Grillierte Fleischspiesse mit Lamm-, Rind- oder Pouletfleisch und Zwiebelstücken. Die Spiesse werden auf einem Holzkohle-Grill zubereitet. Häufig mit leichtem Räuchergeschmack vom Grill.

Lyulya

Ist ebenfalls eine Art Kebab und wird am Spiess grilliert. Hier werden aber nicht ganze Fleischstücke sondern Hackfleisch verwendet. Serviert werden sie manchmal in einer Sauce.

Gemüse

Auch das Gemüse wird oftmals als Sashlik (Spiess) grilliert. Neben Gemüse gab es auch Bratkartoffeln, Kartoffelstock oder Reis als Beilage.

 

Brot, Süssigkeiten, Snacks

Das Brot (Lepeshka oder Non genannt) wird in grossen Lehmöfen (Tandyr) gebacken und schmeckt vorzüglich. Eine Tradition sagt, man soll beim Verlassen des Hauses einen Bissen Brot nehmen. Den Rest vom Brot soll man mitnehmen und wenn man zurück nach Hause kommt, sollte man noch davon haben. Brot wird zum Frühstück und zu allen Mahlzeiten oder als Snack gegessen. Auch wenn man hier, im Gegensatz zu uns, für das Brot bei einer Mahlzeit bezahlt, es ist wie selbstverständlich, dass man ein Brot zum Essen bestellt. Brot wird auch zu Käse und Aufschnitt serviert.

Wir hatten das Glück, Usbekistan zur Fruchtsaison besucht zu haben. Melonen, Pfirsich, Aprikosen, Granatapfel, Äpfel, Birnen, Trauben… Wir hatten sie zum Dessert, zum Frühstück oder als Snack.
Als Dessert gab es neben Früchten auch Gebäcke. Das berühmteste Dessert ist Khalva (auch Halva) was süss bedeutet. Und es ist wirklich süss. Am meisten vergleichbar mit Nougat.
Auch Hülsenfrüchte (Mandeln, Haselnüsse, Pistazien etc) und getrocknete Früchte findet man überall. Auf dem Basar deckten wir uns jeweils mit diesen Snacks für unterwegs ein.

Getränke

Tee wird immer in Teekannen serviert. Zuerst wird dreimal Tee in eine Tasse geschenkt und wieder zurück in den Topf geleert um das Aroma zu intensivieren. Eingeschenkt wird nur vom Gastgeber bzw. Mann und die Piala (Tasse/Schüssel) wird nie voll gefüllt, so dass der Tee ja nicht kalt getrunken werden muss aber auch damit man sich die Finger nicht an der Tasse (ohne Henkel) verbrennt. Grün- und Schwarztee sind am beliebtesten. Normal wird Tee ohne Zucker getrunken. Gezuckerter Tee nennt man Kandchoy. Einheimische trinken Tee manchmal mit Milch.

Restaurantempfehlungen

Wir haben nie schlecht gegessen. Trotzdem meine drei Restaurant-Tipps aus den zwei Wochen Usbekistan:

  • Doston House, Bukhara. In einem alten Gebäude mit wunderschönen Essräumen stimmt hier schon das Ambiente. Dazu ein vorgegebenes Menu aus lokalen Spezialitäten und dem mit Abstand besten Plov. Nur nach Voranmeldung.
  • Khorezm Art Restaurant, Khiva: Essen vor grossartiger Kulisse
  • Platan, Samarkand: Grosse Auswahl an Usbekischen Gerichten.

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